Candidate Experience: Sind Sie für Bewerber attraktiv?

Candidate Experience: Sind Sie für Bewerber attraktiv?

Zum Thema Candidate Experience gibt es jede Menge Input: Candidate Experience Awards, Candidate Experience Studien, Candidate Experience Literatur und, und, und. Alle Recruiting Experten sprechen davon, aber was ist das eigentlich genau? Was gehört zu einer perfekten Kandidatenerfahrung? Und: Wo beginnt sie und wie kann man sie positiv beeinflussen?

 

„Klasse, genau so habe ich mir meinen Arbeitsplatz vorgestellt.“ Erzählt ein Bewerber mit einer solchen Begeisterung seinen Freunden, Eltern, Oma, Opa und Bekannten von einem Vorstellungsgespräch in einem Unternehmen, kann man dem zuständigen Recruiter eigentlich nur gratulieren: Er hat alles richtig gemacht und dem Jobanwärter eine optimale Candidate Experience beschert.

Recruiting: Eine gute Candidate Experience Strategie ersetzt nichts

Grob gesprochen lassen sich unter dem Begriff Candidate Experience alle Eindrücke zusammenfassen, die der Kandidat bis hierin vom Unternehmen gesammelt hat. Doch leider sieht die Realität oft anders aus als in unserem Eingangsbeispiel. Vielen Kandidaten gefriert bereits an einem viel früheren Punkt im Bewerbungsprozess das Lächeln im Gesicht…

Eben, weil sich Arbeitgeber nicht genügend Gedanken machen, ob sie den Bewerber gleich beim Erstkontakt inhaltlich und mental abholen, ob sie seine Informationsbedürfnisse bereits in der Stellenanzeige oder auf der Karriereseite befriedigen, und ob der Eindruck, der hier vom Unternehmen entsteht, der richtige und authentisch ist.

Cabdidate Experience: Das ist zu beachten

Doch genau auf diese Feinheiten kommt es beim Thema Candidate Experience an. Ein Kandidat sammelt schon weit vor dem ersten Direktkontakt Erfahrungen mit dem Unternehmen Eindrücke und bildet sich eine Meinung. Daher sollte alles aus einem Guss sein und aufeinander einzahlen:

  • die geschaltete Werbung
  • die Unternehmenshomepage
  • der Karrierebereich der Homepage
  • Stellenanzeigen
  • unternehmenseigene Social Media Kanäle

candidate experienceWichtig hierbei ist, dass das Unternehmen, überall dort, wo ein Bewerber mit ihm in Berührung kommen könnte, einen konsistenten Eindruck hinterlässt und sich der Kandidat wertgeschätzt fühlt. Doch was beim Marketing gegenüber Kunden so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz ist, setzt sich beim Bewerbermarketing nur langsam und mühsam durch.

Nehmen wir doch zum Beispiel die Gestaltung der Karrierehomepage. Richtig designed ist sie die Einflugschneise für Talente. Talente verschaffen sich hier einen ersten Eindruck,

  • wie der Arbeitgeber tickt,
  • wie die Kollegen drauf sind,
  • welche Entwicklungsmöglichkeiten das Unternehmen bietet
  • welche Skills für die Vakanzen im Unternehmen erforderlich sind.

Und Einblicke ins Unternehmensumfeld entstehen über Bilder und eingebettete Videos. Doch allzu oft wissen Firmen diesen wichtigen Bereich ihrer Homepage gut zu verstecken:

  • Häufig werden Karriereseiten nicht direkt auf der Startseite verlinkt, sondern auf einer der Unterseiten.
  • Nicht selten ist die komplette Unternehmenshomepage im responsiven Design und somit über Mobiltelefone und Tablets abrufbar – bloß die Karriereseite nicht. Hier muss der Bewerber die Anzeige auf dem Display lästig hin und herschieben.

Nehmen die mich ernst?

DatenschutzDas ist spätestens der Punkt, an dem sich der Jobsuchende fragt: Wie ernst nehmen die mich eigentlich? Oder: Wie wichtig bin ich denen nochmal? Die Chance, dass Kandidaten just in diesem Moment abspringen, ist groß. Vor allem, wenn man bedenkt, wie mobilaffin die junge Generation ist.
Die meisten der Jugendlichen wählen sich mobil ins WWW und das nach eigener Einschätzung an einem durchschnittlichen Wochentag für 208 Minuten, in der Zielgruppe der den 18- bis 19-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 260 Minuten. So das Ergebnis der  JIM-Studie des Forschungsverbunds Südwest (mpfs), der jährlich repräsentative Basisdaten zur Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland erhebt. Responsives Design gehört daher heute einfach dazu.

 

HR-Software Vergleich UP

 

Dann stehen die Chancen gut, die heiß begehrte Generation Y und die ihr nachfolgende Generation Z auf sich aufmerksam zu machen. Zumal das für Firmen heute einfacher ist denn je. Längst bieten externe HR Software Anbieter beispielsweise Karriereseiten an, über die sich komfortabel der komplette Personalbeschaffungsprozess abwickeln lässt. Die Lösungen sind inzwischen so ausgefeilt, dass sie sich über eine Systemschnittstelle schnell und einfach in den eigenen bestehenden Unternehmensauftritt integrieren lassen.

Sie bieten potentiellen Kandidaten die Möglichkeit, sich über vakante Stellen und das Unternehmen zu informieren und sich bei Interesse direkt auf der Website zu bewerben. Klick und Job – so einfach geht das heute. Und damit die externen Module nicht wie ein unabhängiges Anhängsel an die Homepage daher kommen, lassen sie sich mit wenigen Handgriffen auf das Coporate Design eines Unternehmens adaptieren.

HR Software kann zu einer guten Candidate Experience führen

jobshoppingDoch die Systeme bieten noch mehr – angefangen mit besagter One-Klick Bewerbung bis hin zur kompletten Online-Assessment-Center Lösung. Denn verschiedene Positionen stellen unterschiedliche Anforderungen an den Kandidaten und erfordern somit eine variierende Kommunikation im Bewerbungsprozess. Daher müssen Unternehmen in der Lage sein, diesen für jede Vakanz individuell zu gestalten.

Immer mit dem Ziel, den Bewerbern ein optimales Nutzererlebnis ermöglichen und zu hohe Absprungraten zu vermeiden. Denn eines ist sicher: In Zeiten des Fachkräftemangels muss der Recruiting Prozess so passgenau wie möglich ausfallen – es sind die Arbeitgeber, die heute einen guten ersten Eindruck hinterlassen müssen.

Das Design und die Funktionalität der Karrierewebseite spielt eine besondere Rolle. Alles muss passen:

  • Mobilfähigkeit
  • funktionierende Anwendungen
  • gute Inhalte
  • Informationen für verschiedene Bewerber-Zielgruppen wie Abiturienten, Hochschulabsolventen, Praktikanten
  • Punkte, die das Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber machen
  • Informationen über einzelne Abteilungen und den dortigen Ausbildungsverlauf

Gestaltung von Stellenanzeigen

Gleiches gilt auch für die Gestaltung einer Stellenanzeige. Auch hier lauern Fallstricke, die leicht vermieden werden können: Auch hier ist ein responsives Design Trumpf – ebenso wie die Einbettung von Recruiting Videos, die echte Einblicke in das Unternehmen liefern.

Gliedernde Elemente wie Reiter zu den Punkten: “Stellenbeschreibung”, “Über das Unternehmen”, “Voraussetzungen”, “Entwicklungschancen” sorgen für Übersichtlichkeit. Ein eingebetteter Social-Media-Stream gibt dem Bewerber die Chance, aktuelle Informationen über das Unternehmen einzusehen. Ein “Rückruf-Vereinbaren-Button” vereinfacht die Kontaktaufnahme des Kandidaten bei Rückfragen.

Ein Bewerben-Button, ermöglicht es Kandidaten, sich schnell und einfach mit ihrem Xing- oder LinkedIn-Profil zu bewerben: Die One-Click Bewerbung lässt grüßen! Und: Bilder vom Unternehmen und von Mitarbeitern schaffen Nähe und liefern erste authentische Einblicke ins Unternehmen. Auch hier hilft moderne HR Software, mit der Stellenanzeigen mit all diesen Features erstellt werden können.

Candidate Experience: Qualität plus Geschwindigkeit

Ujobshoppingnd auch nach dem Einreichen der Unterlagen seitens eines Bewerbers verrichten die Tools gute Dienste. Zum Beispiel gibt es Matching-Algorithmen, die die Skills von Bewerbern mit denen abgleichen, die für eine vakante Position Vorausstzung sind.

 
HR-Software Vergleich DOWN

Auch die Kommunikation mit dem Kandidaten erfährt Computerunterstützung und hat an Effizienz gewonnen. Über eine Kommunikationsplattform kann der Recruiter beispielsweise schnell und einfach mit dem einzelnen Talent in Kontakt treten, Rückfragen stellen oder Zu- oder Absagen versenden.

Ist das optimale Talent ausgemacht, kann ihm per Software eine Einladung zugesendet werden, während den restlichen Bewerbern eine Absage zugeht. Der Prozess verkürzte sich auf diese Weise erheblich.

Candidate Experience: Auch bei Absagen im Auge behalten

Und auch wenn ein Bewerber die Stelle nicht bekommt, kann ein Unternehmen etwas für dessen Candidate Experience tun. Die Art und Weise, wie die Ablehnung herübergebracht wird, spielt etwa eine entscheidende Rolle für das Image des Unternehmens und begünstigt im Idealfall eine Neubewerbung zu einem späteren Zeitpunkt oder positive Empfehlungen an andere.

  • Der größte Fauxpas ist, sich gar nicht zu melden.
  • Auch eine Absage per standardisierter E-Mail kommt nicht gut an.
  • Ein individuelles Schreiben oder ein Anruf schneiden bei Bewerbern am besten ab.

(Bild: © ty/Fotolia.com)


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Kategorien: Fachbeiträge

Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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