Homeoffice: Was Firmen beachten müssen

Homeoffice: Was Firmen beachten müssen

Die moderne Technik und Softwarelösungen machen Arbeiten von Zuhause, kurz Homeoffice, problemlos möglich. Dennoch gilt es seitens des Arbeitgebers einiges zu beachten, bevor ein Mitarbeiter online gehen kann… (Bild: Antonioguillem /dollarphotoclub)

 

Für Unternehmen ist es zunehmend weniger von Bedeutung, wann und von wo aus die Arbeit erledigt wird. Hauptsache das Ergebnis stimmt. Und so zeichnet sich in der Arbeitswelt der Trend zunehmend ab, dass Angestellte immer flexibler über ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsort entscheiden.

Homeoffice: Vorteile für beide Seiten

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Bild: Sergii Mostovyi / Dollarphotoclub

Das hat Vorteile für beide Seiten: Denn so spricht zum Beispiel nichts dagegen, sich am Nachmittag um den Nachwuchs zu kümmern und in den späten Abendstunden, wenn die Kids an ihren Matratzen horchen noch ein paar E-Mails zu beantworten. Homeoffice wird also immer selbstverständlicher. Dennoch gibt es aus arbeitsrechtlicher Sicht Regeln, an die sich die „Vertragsparteien“ – also Arbeitnehmer und Arbeitgeber – halten sollten.

Microsoft hat es vorgemacht und vor einiger Zeit angekündigt, im großen Stil Bürofläche abzubauen. Stattdessen sollten die Prinzipen des Desk Sharing und Homeoffice gelten. Zwischen Mitarbeitern und der Chefetage war an dieser Stelle natürlich alles entsprechend hieb- und stichfest geregelt. Dennoch stellt sich ganz grundsätzlich die Frage, ob eine eine Firma Homeoffice im Zweifelsfall einfach anordnen kann?

Homeoffice: Kann Heimarbeit angeordnet werden?

Hierauf gibt das Arbeitsrecht eine eindeutige Antwort: Nein! Aus dem einfachen Grunde, dass  das Direktionsrecht der Chefs vor den vier Wänden ihrer Angestellten endet. Ein Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter also nicht zwingen, private Räume als Arbeitsort zur Verfügung zu stellen.

Hinzu kommt: Wird das Heim regelmäßig als Homeoffice genutzt, greifen die Bestimmungen des Arbeitsschutzes. Dabei müssen  bestimmte Vorgaben hinsichtlich der folgenden Punkte beachtet werden:

  • Raumgröße
  • Büromöbel
  • Raumgröße
  • Beleuchtung
  • Bildschirmgeräten
  • Tastatur
  • Software

Homeoffice: Zutrittsrecht für den Chef

Was folgt daraus? Damit das Unternehmen  die Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen überwachen und überprüfen kann, muss der Mitarbeiter seinem Vorgesetzten ein Zutrittsrecht zur Privatwohnung gewähren, wobei ein Besuch natürlich bei dem Arbeitnehmer angemeldet werden muss.

Besonders bedeutsame Themen in punkto Homeoffice sind außerdem

  • der Datenschutz
  • der Schutz von Betriebsgeheimnissen
  • IT-Sicherheit

Hier trägt der  Arbeitgeber die Verantwortung für die Einhaltung von datenschutzrechtlichen Vorgaben. Welche Maßnahmen dieser ergreift, ist davon abhängig, welche Daten, Betriebsgeheimnisse oder IT-Geräte im Homeoffice benutzt und bearbeitet werden.

So wäre durchaus eine Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer denkbar, derzufolge besonders sensible Daten nicht mit nach Hause genommen werden dürfen.

Homeoffice: Umgang mit sensiblen Daten

Ist das kein gangbarer Weg, können entsprechende technische Maßnahmen ergriffen werden:

  • die Verschlüsselung von Daten
  • oder die Verwendung eines Virtual Private Networks (VPN)

Homeoffice: Was ist mit der Arbeitszeit?

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Bild: WavebreakmediaMicro / Dollarphotoclub

In Sachen Arbeitszeit kann Homeoffice dazu verführen, auch mal ein bisschen mehr zu machen. Aber Vorsicht: Auch bei der Heimarbeit gilt das Arbeitszeitgesetz. Und das gibt unmissverständlich vor, dass ein Arbeitnehmer nicht länger als zehn Stunden täglich seiner Arbeit nachgehen darf. Wie kann der Arbeitgeber hier vorbeugen?

Es liegt nahe, dass der Mitarbeiter die erbrachten Arbeitsstunden schriftlich fixiert und dem Vorgesetzten Zugriff auf die Dokumentation gewährt. So sind beide auf der sicheren Seite und dem Online-Arbeitsplatz steht nichts mehr im Wege. (Fotos: Dollarphotoclub)

 

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Kategorien: Fachbeiträge

Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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