Lernsoftware: Wissen digital managen

Lernsoftware: Wissen digital managen

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat für die Studie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“ bei 7.109 Beschäftigten nachgefragt: Welche Auswirkung hat die Digitalisierung auf den Job? 70 Prozent sind überzeugt: Lebenslanges Lernen wird zu einem immer wichtigeren Thema. Die Digitalisierung macht die  Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen aber nicht nur notwendig, sie kann auch beim Aufbau von Wissen unterstützen. Doch die Auswahl der richtigen Lernsoftware ist eine Herausforderung. 

Lernsoftware: Computergestütztes Lebenslanges Lernen

Im Zuge der Digitalisierung wird Wissen immer schneller veralten, soviel steht fest. Aber nicht nur die Menge an Lerninhalten wird sich zunehmend verändern, sondern auch die Lernmethoden. Hard- und Softwarelösungen werden Mitarbeiter zunehmend unterstützen, Wissen kontinuierlich aufzubauen.

Künftig wird es nicht mehr darum gehen, den Frontalunterricht eines Trainers zu verfolgen, sondern Know-how mittels spezifischer Lernsoftware ständig im Fluss zu halten und Tag für Tag upzudaten. Das ist Lebenslanges Lernen in Reinkultur.

Die Herausforderung für HR und Unternehmenslenker wird es jedoch zunächst sein, die richtigen Tools für den richtigen Zweck herauszufiltern. Denn die Bandbreite der Möglichkeiten unterscheidet sich von Anwendungsfall zu Anwendungsfall.

Lernsoftware: Welches Tool ist das richtige?

So haben sich in der Industrie zum Beispiel längst smarte Datenbrillen durchgesetzt, über die sich via Sprachsteuerung Wissen in Form von Daten, Bauanleitungen oder ähnlichem abrufen lässt. Für den Büroalltag wäre das hingegen eine eher ungeeignete Lernsoftware.

HR-Software Vergleich UP

In diesem Bereich entwickeln sich dagegen vermehrt intelligente Tutor-Systeme und Weiterbildungsbots wie Siri, Alice & Co. Sie könnten bei Wissensarbeitern schon bald zunehmend den Ton angeben: Arbeitnehmer können mit ihnen direkt kommunizieren und gezielt Wissen abfragen.

Lernsoftware: Siri als Lehrer

Professor Fritz Breithaupt vom Department of German Studies an der Indiana University Bloomington (USA) geht davon aus, dass diese Assistenzsysteme die Zukunft des Lernens nachhaltig beeinflussen werden. Im Blog der Messe Zukunft Personal gibt er jedenfalls folgendes zu Protokoll:

„Über eine Software kann man ständig mit einer lehrenden Stimme in Kontakt treten und sich in dialogischer Form weiterbilden. (…) Man lernt durchs Reden, durch die Dialoge, dadurch, dass man Fehler macht und nicht durch das Pauken (von Inhalten).“

Das betreffe das Lernen von Sprachen ebenso wie alle anderen Themen des Wissenserwerbs. Doch noch stecken die digitalen Lehrer in vielen Bereichen in den Kinderschuhen.

Dabei stehen die wichtigsten Komponenten, um Siri und Co. als vollumfängliche Lernsoftware zu nutzen, eigentlich schon bereit:

  • eine gute Spracherkennung
  • Wissensdatenbanken wie Wikipedia

„Was noch fehlt, sind viele aufgenommene Lerndialoge, aus denen das System selbst lernt. Sobald Google, die MOOC-Firma Coursera oder sonst jemand damit anfängt, Schüler-Lehrer-Dialoge in riesigem Stil zu speichern, könnte der digitale Lehrer Realität werden“, konstatiert Breithaupt.

Lernsoftware: Unternehmen testen verschiedene Tools

Bis es soweit ist, testen Unternehmen andere Lernformate und Lernsoftware Lösungen. Ein Beispiel ist die Lernsoftware aus dem Hause SAP SuccessFactors, die modernen Lernanforderungen Rechnung trägt.

Zum Beispiel sind Lerninhalte über Massive Online Open Courses (MOOCs) abrufbar. „MOOCs kombinieren traditionelle Formen der Wissensvermittlung wie Videos, Lesematerial und Problemstellungen mit Foren, in denen Lehrende und Lernende miteinander kommunizieren und Gemeinschaften bilden können.“ (Quelle: Wikipedia)

Lernsoftware: Virtuelle Expertenzirkel

Eine andere Form des kollaborationen Lernens kommt bei Axel Springer zum Einsatz. Hier gibt es so genannte Best-Practice-Clubs, in denen sich Experten aus verschiedenen Unternehmenszweigen vernetzen können oder Talkrunden mit Experten aus anderen Branchen.

Können diese nicht „live“ zusammenkommen, lässt sich der Austausch auch ohne Probleme digital organisieren. Hierfür ist nicht einmal eine spezifische HR Software Lösung nötig. Zum Einsatz kommt die kollaborative Plattform „Office 365″, über die alle offen in Newsfeeds diskutieren können. Auch lassen sich darüber Dokumente gleichzeitig bearbeiten.

Darüber hinaus gibt es bei Axel Springer auch andere Weiterbildungsangebote, Trainings und Schulungen. Wobei jeder Mitarbeiter selbst die Verantwortung trägt,  sich das herauszuziehen, was er für seine Arbeit braucht.

Lernsoftware: Lernhistorie der Mitarbeiter monitoren

Wer den Wissensaufbau seiner eigenen Mitarbeiter hingegen gezielt monitoren will, kann auf die Weiterbildungssoftware aus dem Hause Persis zurückgreifen.

Sie bietet Personalverantwortlichen und Führungskräften die Möglichkeit, die komplette Bildungshistorie ihrer Mitarbeiter zu verfolgen und wartet mit weiteren Features auf:

  • Automatischer Einblick des Mitarbeiters, welche Seminare für welche Bedürfnisse zur Verfügung stehen
  • Selbstständige Weiterbildungsanmeldung durch den Mitarbeiter
  • Mitarbeiter können eigene Weiterbildungsvorschläge einbringen
  • Abbildung der kompletten Organisation und Verwaltung im Zusammenhang mit Seminarempfehlungen, -genehmigungen, -buchungen, Zertifikaten und Feedbacks

Einen anderen Weg hat die Robert Bosch GmbH Automotive Electronics mit ihren 30.000 Mitarbeitern weltweit für ihre Führungskräfteentwicklung gefunden. Hier kommt ein innovatives Leadership-Lernexperiment zum Einsatz, an dem mehr als 600 Führungskräfte teilnehmen und sich in neuer Führung ausprobieren.

Lernsoftware: Kreativität fördern

Im eigens gestalteten Leadership Campus haben Führungskräfte die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Neben klassischen Präsenztagen im Seminar bekommen die Teilnehmer alle zwei Wochen Hausaufgaben fürs Selbststudium über verschiedene Lernkanäle und Lernsoftware Lösungen.

Führungskräfte erhalten hier die Möglichkeit, sich aus der Deckung wagen und Neues ausprobieren, um ihre Mitarbeiter zu mehr Effizienz anzuleiten. Ein Gruppenleiter aus der Fertigung entwickelte beispielsweise ein Memory-Spiel mit Fehlerbildern.

Das lässt er seine Mitarbeiter nun so lange spielen, bis kein Fehler mehr in der Produktion passiert. Dieser spielerische Ansatz erfreut sich inzwischen größter Beliebtheit. Und für den Learning Campus muss man sich inzwischen bewerben. Es gibt lange Wartelisten.

Fazit: Lebenslanges Lernen – das geht nicht nach Schema F, sondern nur mit hoher Offenheit für Neues und mit der gezielten Auswahl der richtigen Lernsoftware. Und auch das will gelernt sein. Einen guten Überblick über aktuelle Angebote bieten zum Beispiel einschlägige Vergleichsportale.

Lernsoftware im Vergleich - Hr Software Vergleich(Bild: © Africa Studio / Fotolia)


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Kategorien: Fachbeiträge

Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

Kommentare

  1. Torsten Irion
    Torsten Irion 23 Dezember, 2016, 11:08

    interessant!

    Danke für die Zusammenstellung

    (und natürlich fröhliche Weihnachten :-))

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