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Microlearning: So funktioniert es

Microlearning: So funktioniert es

Hinter Microlearning versteckt sich die Idee, neues Wissen in kleinen, possierlichen Häppchen zu vermitteln. Wie das funktioniert und warum die Methode in der modernen Arbeitswelt an Bedeutung gewinnt.

Arbeitswelt im Wandel

Bald ist nichts mehr wie es war. Das jedenfalls sagt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz Bitkom. In einer seiner jüngsten Studien konstatiert er: „Die Digitalisierung verändert berufliche Kompetenzprofile und Karrierewege. Der typische Lebenslauf – Schule, Ausbildung oder Studium und dann 40 Jahre im gleichen Beruf – das gehört für die meisten Beschäftigten der Vergangenheit an. Berufe verändern sich sehr stark (…).“ Und das in immer größerem Tempo. Weiter heißt es daher: „Die Digitalisierung fordert und fördert lebenslanges Lernen.“

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Klassische Weiterbildungen stoßen an ihre Grenzen

Daraus resultiert der folgende Gedanke: Wenn Wissen künftig in immer kürzeren Abständen aufgenommen werden muss, werden klassische Weiterbildungsformate wie Seminare wahrscheinlich zunehmend an ihre Grenzen stoßen.

Aus verschiedenen Gründen:

  1. Viele Fortbildungen sind eine eher langfristige Sache: Teilnehmer melden sich Monate oder Wochen im Voraus an. Wer allerdings kurzfristigen Input braucht, hat ein Problem.
  2. Viele Trainings sind auf eine heterogene Zielgruppe ausgerichtet. Manche Teilnehmer stecken tiefer im Thema als andere. Zunächst müssen alle auf den gleichen Stand gebracht werden.
  3. Für die Teilnehmer, die sich sehr spezifische Informationen von einer Weiterbildung erhoffen, ist das oft vertane Zeit, die an anderer Stelle besser genutzt wäre. Manchmal gehen die Weiterbildungen auch gar nicht in die eigentlich gewünschte Tiefe und der erhoffte Lerneffekt bleibt aus.

Microlearning: Was es ist!

An dieser Stelle kommt Microlearning ins Spiel. Es wird klassische Formate der Weiterbildung nicht zwingend verdrängen, aber ganz sicher ergänzen. Was genau steckt dahinter? Beim Microlearning geht es darum, nur kleinste Wissenshappen zu vermitteln.

Eine Lerneinheit dauert meist nicht länger als zwei oder fünf Minuten. Am Ende ist der Microlearner um eine bestimmte Einsicht reicher. Dazu werden die Microlearning-Lernportionen so zugespitzt wie möglich vermittelt.

  • Sie kommen direkt auf den Punkt.
  • Sie behandeln einen ganz spezifischen Lerninhalt in der nötigen Tiefe, ohne unnötiges Zusatzwissen zu vermitteln.
  • Die Lerninhalte sind in kleinen Portionen leichter zu verinnerlichen und so kurz, dass Lernende eine Einheit ohne Unterbrechung abschließen können.

Microlearning: Die Effekte

Der Effekt: Das Lernziel wird schnell und sehr effektiv erreicht. Noch dazu kann Lernen unmittelbar in den Alltag integriert werden. Denn viele Microlearning-Einheiten sind orts- und zeitunabhängig verfügbar und stehen dem Lernenden überall und vor allen Dingen genau dann zur Verfügung, wenn er sie braucht.

Klassische Formate für Micolearning sind:

  • Apps
  • Kurzvideos
  • Interaktive Videos
  • Whiteboard-Animationen
  • Simulationen, die ein spezielles Szenario aus dem jeweiligen Fachbereich darstellen und bearbeiten
  • Infografiken
  • EBooks
  • Flipbooks
  • Interaktive PDFs
  • Wikis
  • Blogs

Microlearning unterstützt informelles Lernen

Microloearning findet aber auch auf informellen Wegen statt:

  • Während des Flurtalks mit den Kollegen
  • Während eines Chats im professionellen Umfeld
  • Beim Teammeeting
  • und, und, und

All das sind Gelegenheiten, bei denen Wissen ausgetauscht und verfügbar gemacht wird.

Vielen ist aber meist gar nicht bewusst: Wir alle sind längst Microlearner. Wie oft konsultieren wir zum Beispiel Google, wenn wir Fragen haben, die wir uns selbst nicht beantworten können? Wie oft greifen wir zum Telefon und fragen einen Kollegen um Rat? Wie häufig nutzen wir Wikipedia oder lesen Fachmagazine? All das ist Microlearing. Allerdings findet es im Berufsalltag viel zu häufig unstrukturiert statt.

Microlearning in die richtigen Bahnen lenken

Das heißt: Der Lernende muss erstmal recherchieren, bis er die gewünschten Inhalte findet. Oft nimmt die Recherche mehr Zeit in Anspruch als die Lerneinheit selbst. Das könnte viel schneller und effizienter gehen. Moderne HR Software unterstützt dabei. Zum Beispiel eröffnen Personalentwicklungs- und Weiterbildungsportale die Möglichkeit, interne Erkenntnisse in Wikis oder Blogs festzuhalten.

Es gibt auch spezifische Videosoftwareangebote, in denen Mitarbeiter ihre eigenen Webinare aufnehmen und zur Verfügung stellen können. Der Vorteil: Mitarbeiter wissen genau, wo sie nach den Inhalten suchen müssen und die Wissenspritzen gehen exakt auf die Problemstellungen innerhalb eines Unternehmens ein .

Bei Lerninhalten, die extern erstellt wurden, müssen Microlernende dagegen oft noch Transferleistungen erbringen und die Inhalte auf die eigene Situation beziehen. Doch das ist nicht immer exakt möglich. So muss der Lernende vielleicht erneut recherchieren und wieder verstreicht wertvolle Zeit.

Microlearning per Chat

Weitere Möglichkeiten, die eine moderne Software ermöglicht: Mittels Chatmodul können sich Mitarbeiter über verschiedene Dependancen hinweg in Echtzeit austauschen. Das fördert den informellen Wissensfluss. Auch Videochats sind möglich. Diese können auch zeitversetzt geführt und im Nachhinein zu einem Webinar zusammengeschnitten werden.

Fazit: Es gibt so viele Möglichkeiten, man müsste sie nur nutzen. Doch genau hier liegt der Haken. Laut der eingangs erwähnten Bitkom-Studie herrscht in vielen Unternehmen Aufholbedarf in punkto Weiterbildungsangebote.

Keine angemessenen Weiterbildungsangebote in Unternehmen

Die Fakten im Schnelldurchlauf:

  • Das Thema Weiterbildung hat in Unternehmen grundsätzlich einen großen Stellenwert: Für 90 Prozent der Unternehmen ist die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter wichtig oder sogar sehr wichtig.
  • Nahezu alle Unternehmen (99 Prozent) glauben, dass lebenslanges Lernen im Zusammenhang mit der Digitalisierung immer wichtiger wird.
  • 95 Prozent geben an, dass das Lernen in Schule, Ausbildung und Studium heute nicht mehr ausreicht und durch Phasen der regelmäßigen Weiterbildung im Arbeitsalltag ergänzt werden muss.

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Aber: Obwohl das Thema für die Befragten eine hohe Bedeutung hat, haben nur vier von zehn Unternehmen (43 Prozent) eine Personalentwicklungs- bzw. Weiterbildungsstrategie. Hier zeigt sich auch ein großer Unterschied zwischen kleinen und großen Unternehmen: Unter den Unternehmen ab 500 Mitarbeitern haben bereits mehr als sechs von zehn Unternehmen (62 Prozent) eine schriftlich ausformulierte Strategie. Unter den Unternehmen mit 10 bis 99 Mitarbeitern sind es nur 42 Prozent. Handeln tut also Not. Und zwar hurtig!

 


 

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Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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