Arbeiten 4.0: Willkommen Kollege Computer

Arbeiten 4.0: Willkommen Kollege Computer

Arbeiten 4.0 ist das HR Trendthema. Die jüngste Ausgabe der Zukunft Personal öffnete ihre Pforten unter eben jenem Motto, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) spricht über nichts anderes mehr. Naja, fast. Und nun ist auch die Jobbörse StepStone auf den Geschmack gekommen und legt den Schwerpunkt ihrer just erschienenen Trendstudie auf Themen wie „New Work“ und „Recruiting der Zukunft“. Die Ergebnisse im Überblick. (Bild: Tatiana Shepeleva / dollarphotoclub)

Die Ergebnisse der StepStone Trendstudie zeigen, dass es die heutigen Arbeitnehmer mit einer neuen Form der industriellen Revolution zu tun haben: Über kurz oder lang wird Arbeiten nicht mehr so sein, wie wir es lange Zeit kannten.

Arbeiten 4.0: Die Zukunft hat längst begonnen

Das beginnt mit der Erkenntnis, dass Kommunikation bereits heutzutage mehr und mehr antizyklisch stattfindet. So übersteigt die Anzahl der eingehenden E-Mails die Anzahl der eingehenden Telefonate inzwischen um mehr als 50 Prozent.Bildschirmfoto 2015-09-21 um 09.02.25

Auf den ersten Blick klingt das lapidar. Doch hier wirft die Zukunft erste Schatten voraus. Denn mitunter ist die zunehmende Beliebtheit der E-Mail-Kommunikation darauf zurückzuführen, dass Teams schon jetzt verstärkt dezentral miteinander arbeiten – sie sind eng miteinander vernetzt, kommunizieren aber über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg. Tendenz steigend.

Zukunftsforscher gehen davon aus, dass Kommunikation mit voranschreitender Globalisierung zunehmend bruchstückhafter erfolgen wird. Nachrichten werden nicht mehr sofort beantwortet, sondern dann, wenn es der Tagesrhythmus des Empfängers zulässt.

Die zunehmende Digitalisierung beflügelt diesen Prozess noch. Je besser das mobile Internet ausgebaut sein wird, umso stärker werden sich die bekannten Strukturen unseres Arbeitsalltags verschieben. Für Arbeitnehmer der nahen Zukunft wird eine ortsunabhängige und zeitlich flexible Form der Arbeitsgestaltung völlig normal sein.

Arbeiten 4.0: Ist die Arbeitswelt der Zukunft unpersönlich?

Was folgt daraus? Ist die Arbeitswelt der Zukunft ein eher unpersönliches Konstrukt? Bleibt das Menschliche auf der Strecke zugunsten maximaler Effizienz? Mit dieser Frage haben sich auch die Teilnehmer der StepStone Trendstudie auseinander gesetzt. Die Befragung wurde im Frühjahr 2015 durchgeführt und mehr als 17.000 Fach- und Führungskräfte sowie 1.000 Personalverantwortliche in Unternehmen standen Rede und Antwort.

Und in der Tat spricht laut der StepStone Trendstudie einiges für diese Annahmen. Schon in fünf Jahren könnten rund 50 Milliarden (!) intelligente Geräte und Maschinen am Netz hängen. Und es ist absehbar, dass Aufgaben und berufsbezogene Inhalte mit fortschreitender Digitalisierung an Komplexität zunehmen.

Das hat Konsequenzen: „Durch das Zusammenspiel von digitalen Prozessen lassen sich künftig Menschen, Maschinen und Software in nie dagewesener Weise verbinden“, heißt es in dem Whitepaper. „In der voll vernetzten Industrie 4.0 braucht es künftig hochausgebildete Mitarbeiter, die sowohl über Produktions- als auch über Digitalwissen verfügen und ihre komplexen mechanischen „Kollegen“ kontrollieren können.“

Arbeiten 4.0: Globalisierung, Digitalisierung, Dezentralisierung

Kollege Computer, Dezentralisierung, Flexibilisierung, Globalisierung, Megatrend Digitalisierung. Die Studie spart wahrlich nicht mit Buzzwords. Doch was folgt aus all dem? Welche Weichen müssen Unternehmen schon jetzt stellen, um fit für die Zukunft zu sein? Das – so suggeriert die Studie – beginnt mit einem Umdenken im Umgang mit der Ressource Mensch.

 

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Denn die Generation, die jetzt auf den Arbeitsmarkt strömt, tickt anders als die früheren Generationen. Sie haben das Internet praktisch mit der Muttermilch aufgesogen, sind in sozialen Netzwerken zuhause. Die jungen High Potentials sind in aller Regel gut bis sehr gut ausgebildet und verfügen mitunter über Spezialwissen. Das macht sie zu einer heiß begehrten Ressource auf dem Arbeitsmarkt.

Das eröffnet ihnen aber wiederum die Freiheit, ihre digitale Grundkompetenz nur dem zur Verfügung zu stellen, der die besten Bedingungen bietet. Und hier warten die jungen Fachkräfte mit sehr konkreten Vorstellungen bezüglich ihres künftigen Jobs auf.

Weiterbildungen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie eine gute Firmenkultur. „Young Professionals lehnen autoritäre Führungskonzepte genauso ab wie starre Hierarchie-Konstrukte. Auch interessante Aufgaben, Projektverantwortung, schnelle Aufstiegsmöglichkeiten und eine ausgeglichene Work-Life-Balance gehören zum ‚Forderungskatalog’ vieler Bewerber.“

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Arbeiten 4.0: Unternehmen sind die Bewerber von morgen

Die Konsequenz? Unternehmen bewerben sich beim Kandidaten, nicht mehr umgekehrt. Firmen müssen Fachkräften schon im Bewerbungsprozess transparent aufzeigen, was sie ihnen bieten, wollen sie im Wettbewerb um die besten Talente nicht zurückfallen. Gelingt ihnen das nicht, sind die Talente schnell wieder von Bord. So hat laut StepStone Studie jeder vierte Studienteilnehmer schon bis zu fünf Mal den Job gewechselt. Bei ihrem ersten Arbeitgeber blieben nur 13 Prozent der Befragten.

Der heutige Arbeitsmarkt zeichnet sich durch eine praktisch nie zuvor da gewesene Dynamik aus. Und so sind stattliche 87 Prozent aller Fach- und Führungkräfte grundsätzlich offen für neue Herausforderungen. Im Umkehrschluss ergeben sich aus der erhöhten Wechselbereitschaft wiederum gute Chancen für das Recruiting. Lediglich der Weg zum Kandidaten ist ein anderer. Schon jetzt zeigt sich, dass Stellenanzeigen in vielen Bereichen ein Auslaufmodell sind. Kandidaten wollen angesprochen werden. Und genau hierauf hat die Recruiting Industrie bereits reagiert.

Hier kommen Talentsuchmaschinen wie TalentBin oder Talentwunder ins Spiel. Technisch gesehen funktionieren sie ähnlich wie die Suchmaschine Google, wobei sich der inhaltliche Fokus der Talentsuchmaschinen unterscheidet.

Arbeiten 4.0: Talentsuchmaschinen gehen auf Mitarbeiterfang

Talentsuchmaschinen scannen nicht die Seiten, die von allgemeinem Interesse sind. Stattdessen durchsucht der Algorithmus gezielt nach personenbezogenen Daten auf Spezialseiten, die von der Google-Suche außen vor gelassen werden.

Die Rede ist von weniger bekannten Spezial-Communities, in denen sich zum Beispiel die aktuell so heiß begehrten Entwickler tummeln. Hier sind sie zu finden, in Karrierenetzwerken wie Xing ist ihre Präsenz hingegen unterdurchschnittlich.

Doch es eine Sache, Talente zu finden und eine ganz andere, sie zu binden. Auch hier legt die StepStone Trendstudie die Punkte offen, an denen es zu arbeiten gilt. Die am häufigsten genannten Gründe für einen Jobwechsel sind fehlende Wertschätzung, mangelnde Perspektiven oder zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten. Aber auch das Gehalt spielt eine Rolle: Mehr als die Hälfte der wechselbereiten Fachkräfte wollen mehr verdienen.

 

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Danach gefragt, wie der perfekte Arbeitsplatz aussehen muss, ergab sich folgendes Bild: Ein harmonisches Arbeitsumfeld wird als wichtiger angesehen als der monatliche Verdienst. „Hoch im Kurs stehen bei den Mitarbeitern auch abwechslungsreiche und interessante Arbeitsinhalte sowie klar definierte Ziele und Anforderungen. Für Berufseinsteiger sind soziale Kontakte am Arbeitsplatz noch wichtiger als die Aufgabeninhalte. Im Vergleich mit Berufserfahrenen messen Fachkräfte von morgen der Jobsicherheit und der Gestaltung der Arbeitszeiten eine noch wesentlich größere Bedeutung zu. Ebenfalls auf der Favoritenliste: Weiterbildung und ein positives Unternehmensimage.“ (Grafiken: StepStone)


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