Mobile Bewerbung: Die Papierbewerbung ist tot, es lebe der One Click

Mobile Bewerbung: Die Papierbewerbung ist tot, es lebe der One Click

    So wie es aussieht, müssen sich Recruiter auf eine neue Form der Bewerbung einstellen. Dass die Papierbewerbung tot ist, ist nicht neu. Aber auch die Online-Bewerbung bekommt Konkurrenz oder sagen wir: Eine kleine Schwester. Die One Click Bewerbung. Eine aktuelle Studie* des Jobportals Jobware in Kooperation mit der Hochschule RheinMain legt nahe, dass die One-Click Bewerbung etablierten Bewerbungsverfahren bald Konkurrenz machen könnte. 

    Aber was ist eine One Click Bewerbung überhaupt? Gemeint ist damit die Bewerbung mit wenigen Klicks. Das könnte zum Beispiel so aussehen: Über einen Bewerben-Button auf der Karriereseite eines Unternehmens könnten Bewerber ihre Profildaten als PDF oder aus ihrem Xing-Profil schnell und einfach importieren. Das Anschreiben würde durch ein standardisiertes Template ersetzt. Kriegsentscheidend für den Auswahlprozess wären also erstmal nur die Profildaten.

    Mobile Bewerbung: Profildaten reichen aus

    Denkbar wäre es. Schließlich führt der Weg zum Kandidaten beim Active Sourcing, also der Direktansprache der Bewerber, auch in der Regel über die Profildaten. Das klappt schließlich auch sehr gut. Und bedenkt man, dass sich viele Bewerber ohnehin bei dem Verfassen eines Anschreibens Hilfe von Freunden oder gar externen Experten holen – wie aussagekräftig sind die darin enthaltenen Aussagen dann noch? (Bild: djile/dollarphotoclub)
    Was außerdem für die mobile Bewerbung spricht: Der moderne Kandidat ist rund um die Uhr online und ist es gewöhnt, Korrespondenzen über Smartphone und Tablet zu erledigen. Umso größer wird auch das Bedürfnis, den Bewerbungsprozess mobil zu erledigen. Laut der Jobware Studie haben stolze 77 Prozent der Studienteilnehmer schon einmal das mobile Endgerät für die Jobsuche verwendet. Drei Prozent nutzen den PC selten oder gar nicht mehr. Hinderungsgrund, dem “Rechenknecht” ganz zu entsagen, ist eigentlich nur das lückenhafte Angebot an mobilen Bewerbungsmöglichkeiten.
    Dafür sprechen auch folgende Zahlen: Nur sieben Prozent der Befragten haben sich bislang mobil beworben. Circa 50 Prozent würden es aber tun, wenn sie nur wüssten wie und wo. Denn der Vorteil liegt Bewerbern wie auch Personalern klar auf der Hand: Mobile Bewerbungen haben das Potenzial, die Bewerbungsqualität und -quantität zu steigern.

    Mobile Bewerbung im Sinne einer guten Candidate Experience

    Weiter heißt es in der Studie: “Diejenigen, die sich eine Bewerbung per Smartphone grundsätzlich vorstellen können, finden eine solche Bewerbungsmöglichkeit nicht nur zeitgemäß (79 Prozent), sondern setzen diese bei innovativen Arbeitgebern voraus (55 Prozent) und wollen diese auch häufiger angeboten bekommen (61 Prozent).”
    Die-mobile-Bewerbung-kommt-bestimmtDem sollten Arbeitgeber lieber früher als später Rechnung tragen. Denn gute Kandidaten werden zunehmend rarer auf dem Arbeitsmarkt und so gilt es, alles zu tun, um Bewerbungswilligen eine gute Candidate Experience zu ermöglichen. Candidate Experience, darunter subsumieren sich alle Erfahrungen, die ein Bewerber in der Hiring-Phase mit einem Arbeitgeber sammelt. Eine vereinfachte Möglichkeit, sich zu bewerben wäre da ein entscheidender Pluspunkt. In einer Zeit, in der alles auf Effizienz und Geschwindigkeit ausgelegt ist, will sich keiner mehr damit aufhalten, extrem aufwändige Bewerbungen auszutüfteln, die dann letztlich doch auf Ablage P landen. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

    Mobile Bewerbung – kein Hexenwerk

    Dieses Angebot in den unternehmenseigenen Bewerbungsprozess zu integrieren, ist alles andere als ein Hexenwerk. Längst gibt es Anbieter, die den lang gehegten Kandidaten-Traum von der schnellen Bewerbung Wirklichkeit werden lassen: Mit dem “Apple-With”-Widget von Textkernel etwa können sich Kandidaten mit einem Klick von ihrem Handy oder Desktop aus bewerben.
    Das Widget kann sowohl auf allen Websites als auch in mobilen Lösungen integriert werden. Kandidaten können sowohl ihren Lebenslauf von lokalen Ordnern als auch aus Cloud Services wie Dropbox oder Google Drive hochladen oder sich mit ihrem Profil aus Sozialen Netzwerken wie XING oder LinkedIn bewerben.
    Im Hintergrund des Widgets arbeitet eine CV-Parsing-Software, die Daten aus jeglichen Lebensläufen extrahiert, die im nächsten Schritt strukturiert und in der unternehmenseigenen Datenbank gespeichert werden. Dieser einfache Bewerbungsprozess vergrößert den unternehmenseigenen Talentpool und bietet gut durchsuchbare Informationen.

    Mobile Bewerbung – noch bestehen Berührungsängste

    Klingt erstmal gut. Doch noch bestehen laut Jobware seitens der Bewerber auch noch gewisse Berührungsängste gegenüber dem One Click. “Die Studienteilnehmer sehen bei mobilen Bewerbungen insbesondere noch Probleme bei den Möglichkeiten der Selbstpräsentation (47 Prozent) und der Akzeptanz bei Personalabteilungen (45 Prozent). Hürden ergeben sich auch dadurch, dass 67 Prozent den Lebenslauf und 56 Prozent das Anschreiben weiter als wichtige Bewerbungsunterlagen einstufen.” Und so kommen die Studienleiter zu dem Ergebnis: “Eine mobile Bewerbungsmöglichkeit muss somit offensiver angeboten werden und setzt auch neue Unterstützungsformen zur geeigneten Bereitstellung von Bewerbungsunterlagen voraus.” (Bild: bernardbodo / dollarphotoclub)
    Dies sei auch daran erkennbar, dass sich Bewerber heute noch viel Zeit für ihre Bewerbung nähmen. Nur 17 Prozent der Befragten schaffen laut Studie eine vollständige Bewerbung in weniger als einer Stunde. Die Hälfte der Bewerber benötigen zwischen ein bis drei Stunden. Dadurch reduziere sich letztendlich die Zahl der in Umlauf gebrachten Bewerbungen und damit auch die Chance, den Traumjob zu finden: 71 Prozent der Teilnehmer gaben an, maximal fünf Bewerbungen pro Bewerbungsphase versandt zu haben.

    Mobile Bewerbung – Arbeitgeber geht in die Offensive!

    Fest steht: Auch wenn das Angebot in punkto Mobilbewerbung den Möglichkeiten hinterherhinkt, ist doch das Potenzial für die mobile Bewerbung unvergleichlich hoch. 79 Prozent der von Jobware befragten Teilnehmer würden sofort die mobile Bewerbung nutzen, wenn gerade kein Desktop-PC zur Verfügung steht. 61 Prozent setzen davon unabhängig mobil-optimierte Stellenanzeigen voraus. 57 Prozent haben grundsätzlich Interesse an einer Bewerbung mit einem Klick.


    *Die Studie „Mobile Bewerbung”, ein Projekt der Hochschule RheinMain (Leitung: Prof. Dr. Stephan Böhm) in Kooperation mit Jobware, untersucht den Ist-Zustand aktueller Bewerbungsverfahren und identifiziert notwendige Schritte für einen mobilen Bewerbungsprozess. Neben einer umfassenden Marktanalyse von 30 umsatzstarken Unternehmen, 21 Jobbörsen-Apps sowie 14 Karrierewebseiten wurden 382 Studierende befragt.

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