Design Thinking: Industrie 4.0 braucht HR 4.0

Design Thinking: Industrie 4.0 braucht HR 4.0

    Design Thinking entwickelt sich aktuell von einer Kreativitätstechnik für Nerds zu einem Treiber des Unternehmenswandels. Inzwischen gibt es zwar vielfältige Tools, die Führungsverantwortlichen die Arbeit erleichtern, das reicht vom Talent Management über Weiterbildungsmanagement bis hin zum Wissensmanagement. Doch nicht nur in punkto HR wandeln sich die Prozesse, sondern bereichsübergreifend. Und da immer mehr Routineaufgaben in die “Hände” von schlauen Algorithmen gelegt werden, gewinnen die Aufgaben, die für den Menschen übrig bleiben an Komplexität und auch Geschwindigkeit. All das verlangt nach einem völlig neuen Verständnis von Führung… Ob mit Design Thinking der richtige Weg beschritten werden kann? 

    Tatsächlich ist die Methode des Design Thinking deutlich verbreiteter, als man das eigentlich annehmen würde. So das Ergebnis der ersten groß angelegten wissenschaftlichen Studie zu den Wirkungen von Design Thinking im Arbeitsalltag seitens des Hasso-Plattner-Instituts (HPI). Bevor wir uns aber den Ergebnissen zuwenden, beleuchten wir aber zuallererst, was Design Thinking überhaupt ausmacht.

    Design Thinking: Der Boost für die Kreativität

    Oberstes Ziel der Methode ist es, die Kreativität innerhalb eines Teams maximal zu fördern. Immer mit dem Ziel, Innovationen zu schaffen. Denn es ist kein Geheimnis: Der Wettbewerbsdruck in allen Bereichen und Branchen ist infolge der Globalisierung so groß wie nie. Um mit der wachsenden globalen Konkurrenz mithalten zu können, können sich Firmen heutzutage keine Innovationseinbrüche mehr erlauben. Nur wer seine Kundschaft konstant mit Produkten höchster Güte und Klasse versorgt, kann mithalten. (Bild
    All das verlangt heutzutage nicht nur nach höchst kreativen und top ausgebildeten Leuten, nein, sie müssen auch dazu angeleitet werden, zunächst das Unmögliche zu denken und es dann der Realität bestmöglich anzunähern. Hier setzt das Konzept des Design Thinking an. Ideen einzelner Mitarbeiter oder Teams werden grundsätzlich ernst genommen, seien sie auch noch so unwahrscheinlich umsetzbar. Aus ersten Ideen werden Strategien und Lösungsansätze entwickelt und schlussendlich einem Realitätscheck  unterzogen. Ideen, die diesen nicht bestehen, fliegen raus. Der Rest bleibt. Und so entstehen mitunter grandiose Visionen, die ansonsten gar nicht den Hauch einer Chance gehabt hätten.
    Think Big lautet die Devise:

    • Wie ließe sich aus einem guten Produkt, einer Dienstleistung oder einem Tool ein noch besseres machen?
    • Wie ließe sich die bisherige Arbeit mit dem zehn- oder 100-fachen des Budgets oder in zehn oder 100 Jahren erledigen?
    • Wie könnte man sich diesem Ideal unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich annähern?

    Design Thinking: Führung in einer komplexen Arbeitswelt

    Diese neue Herangehensweise ist letztlich eine Konsequenz aus der Digitalisierung. Denn in einer immer komplexeren Arbeitswelt, in der Prozesse immer schneller und Entwicklungen auf den Märkten immer unvorhersehbarer werden, müssen rasche Entscheidungen getroffen werden, um mit dem Wettbewerb mithalten zu können. Das geht aber nur, wenn die Innovationskraft vom einzelnen Mitarbeiter ausgeht.
    Zu diesem Ergebnis kommen auch die Experten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI). Bei einer nachhaltigen Umsetzung von Design Thinking verzeichneten Unternehmen insbesondere in folgenden Bereichen messbare Erfolge

    • Eine große Mehrheit der Befragten (71 Prozent) gab an, dass Design Thinking die Arbeitskultur vor allem im Team verbesserte.
    • Innovationsprozesse sind für viele Anwender (69 Prozent) deutlich effizienter geworden und die Einbindung der Nutzer geschieht häufiger (48 Prozent).
    • Kosteneinsparungen (18 Prozent) oder Gewinnsteigerung (29 Prozent) standen weniger im Vordergrund.

    Die Potsdamer Forscher konstatieren in der Studie außerdem, dass ein aufgeschlossenes Management einen wesentlichen Faktor für die Wirkung von Design Thinking in Unternehmen darstellt: “Das Konzept erfreut sich deshalb einer so großen Beliebtheit, weil es nicht auf bestimmte Branchen begrenzt ist, sondern vielmehr eine Denkweise zur Lösung komplexer Probleme in allen Bereichen darstellt”, sagte HPI-Direktor Professor Christoph Meinel. Vordergründig veränderten die Unternehmen mit Design Thinking ihr Angebot, in Wirklichkeit aber sich selbst.

    Jan Schmiedgen, einer der drei Studienautoren äußert sich dazu wie folgt: “Es ist selbstverständlich schwierig, den finanziellen Mehrwert von Design Thinking exakt und unmittelbar zu messen. Die Antworten zeigen aber, dass die Unternehmensprozesse und die Erfahrungen der Kunden nachhaltig verbessert werden, was auf lange Sicht die Wirtschaftlichkeit steigert.”

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