Digitalisierung: Günther Oettinger spricht Klartext

Digitalisierung: Günther Oettinger spricht Klartext

Günther Oettinger, seines Zeichens EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, hat gestern in Köln Farbe bekannt. Der ansonsten eher für skurrile bis belustigende Auftritte bekannte Politiker verpackte eine wichtige Botschaft in fast gut verständliches Schwäbisch: Die Europäisierung hat Grenzen. Im Bereich der digitalen Wirtschaft müssen diese aber fallen. Ansonsten stehe die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem Spiel.

Oettingers Besuch war kurz aber eindrücklich. Auf der Durchreise nach Berlin legte der „Digitalisierungs-Kommissar“ einen halbstündigen Zwischenstopp bei einem Wirtschaftskongress ein. In seiner Rede scheute er sich nicht, deutliche Worte zu wählen.

Digitalisierung: „Grenzen müssen offen bleiben“

„Wenn die Zulieferer auf der Straße nicht nachkommen und es daher zu Ausfällen in Industrie und Handel kommt“, so Oettinger, „dann ist das scheiße.“ Seit den terroristischen Anschlägen in Paris hätten sich die Rückstauzeiten an der Landesgrenze zu Deutschland wegen verstärkter Kontrollen erhöht. Was im Inneren für Sicherheit sorgt, ist für Zulieferbetriebe eine regelrechte „Katastrophe“, konstatierte der Politiker. „Wir müssen alles tun, dass wir nicht die 28 Gebietsgrenzen dicht machen, sondern dass wir die europäischen Außengrenzen schützen.“ Dazu bedürfe es einer europaweiten Grenzschutzpolizei.

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Passiert in dieser Hinsicht weiterhin nichts, könnte sich Deutschlands Logistik-Dilemma branchenübergreifend zuspitzen. Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Ohne Roboter oder Computer kommt kaum ein Geschäftszweig mehr aus. Das hat längst zu verkürzten Produkt- und Entscheidungszyklen geführt. Das zunehmende Tempo in Industrie und Wirtschaft kann aber nur dann in nachhaltigem Wirtschaftswachstum münden, wenn neben der digitalen Infrastruktur auch die reale – das Verkehrssystem – Schritt hält. Hier herrsche extremer Verbesserungsbedarf, kritisierte Oettinger.

Digitalisierung: Was bringt die Zukunft

Doch was wird die Zukunft bringen, wenn die Politik eines Tages alle nötigen Hebel umgelegt hat. Einen Einblick lieferte Floris van Heijst, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland. Die Ideen, die er äußerte, sorgten bisweilen für erstaunte Gesichter. Maus, Display und Tastatur – für van Heijst sind das schon fast schon jetzt Relikte von anno dazumal.

„Die digitale Welt eröffnet sich durch Sprache und Bewegung “, erklärte der Microsoft-Manager und nannte auch Beispiele. Ein Übersetzungsprogramm etwa, das eine Sprache in eine andere transferiert – simultan und praktisch fehlerfrei. So könne man sich beispielsweise via Skype über Landesgrenzen hinweg austauschen. Interessant sei das zum Beispiel für die Kommunikation innerhalb virtueller Teams. Ob sich die Kollegen statt am Bildschirm als lebensechte Hologramme gegenübersitzen. Für Floris van Heijst durchaus im Bereich des Möglichen. Die entsprechende Technik dafür ist jedenfalls bereits jetzt vorhanden. Noch fehlt aber das richtige Einsatzgebiet. Das könnte sich möglicherweise schneller ändern, als man heutzutage denkt.


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Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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