Google stellt “Übersetzer” für Jobtitel vor

Google stellt “Übersetzer” für Jobtitel vor

    Kürzlich hat Suchmaschinengigant Google sein neues Produkt Cloud Jobs API vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Machine-Learning-Anwendung, deren Ziel es ist, Verständigungsschwierigkeiten zwischen Jobsuchenden und Arbeitgebern auszuräumen. Denn nicht immer sprechen sie in punkto Jobtitel die gleiche Sprache. Ein kurzer Überblick, was diese neue HR Software, die sich aktuell noch in der Testphase befindet, leisten könnte.

    Jobtitel: Sprechen Sie “Bewerbisch”?

    Ähnlich wie die Google Cloud Translation API übersetzt die Google Cloud Jobs API Inhalte von einer in eine andere Sprache. Wobei sich die Cloud Jobs API nicht Textpassagen widmet, die etwa von Deutsch in Englisch transferiert werden sollen, sondern von “Personalarisch” in “Bewerbisch”.
    Das bezieht sich auf folgende Faktoren:

    • Jobtitel
    • Jobbeschreibungen
    • Gesuchte Fähigkeiten
    • Präferenzen von Arbeitgebern

    Diese gleicht das Tool vereinfacht gesagt mit den Präferenzen von Jobsuchenden auf Grundlage ausgeklügelter Algorithmen ab und bringt zusammen, was zusammen gehört. Denn Letztes ist nicht immer ganz so einfach. Viele Jobtitel, die sich Arbeitgeber für ihre Vakanzen ausdenken, harmonieren nicht mit den Suchbegriffen oder Stellenbeschreibungen, die Jobsuchende in die Suchfelder von Stellenbörsen oder Karriereseiten eingeben. Das heißt: Die Zielgruppen laufen quasi sehenden Auges aneinander vorbei.

    Jobtitel: Eine oftmals kryptische Angelegenheit

    Eines der wohl bekanntesten Beispiele ist der Jobtitel des Facility Managers. Fraglich, ob Jobanwärter tatsächlich nach diesem suchen oder doch eher direkt den Hausmeister als Begriff ins Suchfeld eintippen. Beispiele dieser Art gibt es viele auch für andere Bereiche und Branchen.
    Noch eins gefällig? Entschuldigung, was genau war nochmal ein Feelgood Manager? Auch hier herrscht alles andere als Eindeutigkeit, wobei es hier weniger der Jobtitel ist, der Verwirrung stiftet, als die Description, die hinter dem Titel steht. Mal wird ein besserer Personaler gesucht, mal der Rundumbespaßer fürs Büro. Kurzum: Es ist ein einziger Wirrwarr, der im Zweifel dazu führt, dass Bewerber trotz guter Qualifikationen keinen Erfolg mit ihren Bewerbungs-Bemühungen haben.

    Jobtitel: Toppt Kreativität Verständlichkeit?

    Und während sich Arbeitgeber immer kreativere Jobtitel, Berufsbezeichnungen und -beschreibungen einfallen lassen, kommen viele Bewerber gar nicht auf die Idee, dass sich hinter diesen auch nur im entferntesten eine Stellenanzeige verbergen könnte, die zu den eigenen Skills passt. Selbst, wenn sie sie auf Umwegen doch gefunden haben sollten. Die Folge? Sie klicken nicht! Chance vertan.

    Die verantwortlichen Entwickler hinter der Suchmaschine Google wollen nun dafür sorgen, dass beide Seiten wieder die gleiche Sprache sprechen und haben dafür die Cloud Jobs API gebaut. Gut, einfacher wäre es möglicherweise gewesen, man hätte sich in der Wirtschaft auf einheitliche Jobtitel verständigt. Aber dann ginge Google ja die Arbeit aus. Das kann ja auch keiner wirklich wollen!

    So funktioniert der Jobtitel-Übersetzer

    Aber Scherz beiseite. Das Herzstück der Cloud Jobs API bilden zwei wichtige Ontologien. Mit Ontologie bezeichnet man in der Informatik formal geordnete Darstellungen einer Menge von Begriffen und der zwischen ihnen bestehenden Beziehungen. Wer mehr dazu wissen will, wird hier fündig.
    Bei der Cloud-Jobs-API werden die folgenden Ontologien miteinander in Beziehung gesetzt:

    1. Stellenbezeichnungen aus rund 1100 Berufsgruppen und roundabout 250.00 Berufsbezeichnungen.
    2. Ein enormer Fähigkeiten- und Anforderungen-Katalog, der etwa 50.000 Hard- und Soft-Skills beinhaltet.

    Spezielle Matching-Algorithmen gleichen beide Ontologien gegeneinander ab,  filtern logische Übereinstimmungen heraus und bilden Zusammenhänge. Zum Beispiel erfasst die Maschine, dass verfügbare Fähigkeiten wie JavaScript, HTML, CSS in aller Regel mit Berufen wie dem Front-End-Engineer oder dem UI-Engineer in Zusammenhang stehen und stellt eine Verbindung her.

    Jobtitel dechiffrieren leicht gemacht

    Hört sich bis jetzt noch einfach an. Bedenkt man aber die Größe der Ontologien, wird klar, dass hinter diesem Abgleich ein ausgefeiltes Programm stecken muss, das mehr kann, als nur A mit B und C zu kombinieren.
    Im Gegenteil spielt maschinelles Lernen, machine Learning, eine zentrale Rolle bei Googles neuem Tool. Vereinfacht gesagt verhelfen lernende Algorithmen dem Tool dazu, immer mehr Wissen über Zusammenhänge zwischen Fähigkeiten, Jobdescriptions und Jobtiteln zu knüpfen und von Anwendung zu Anwendung fallen die Trefferergebnisse genauer aus. Dank machine Learning hat Google einen lernenden Roboter geschaffen, der Recruiter schon bald erheblich bei der Arbeit unterstützen könnte: Einfach, weil Bewerber die von ihnen geschalteten Stellenanzeigen endlich auch finden.
    Ein Beispiel: Gibt ein Jobsuchender Suchbegriffe auf der hauseigenen Karrierewebseite oder in einer Jobbörse ein, werden diese automatisch um Synonyme und Akronyme ergänzt, sodass der Kandida die zu seinem Profil passenden Stellen findet. Auch wenn sie Jobtitel tragen, nach denen er nicht dezidiert gesucht hat. Die Clouds Job API ergänzt Stellenanzeigen außerdem um fehlende Informationen wie: Adresse, Angaben zur Art der Beschäftigung. Die Clouds Job API lässt sich übrigens gegen einen “kleinen Unkostenbeitrag” einbinden.
    Was derweil im Inneren der Maschine abläuft, skizziert Google im eigenen Blog so:

    jobs api

    Quelle: Google

    Die Cloud Jobs API befindet sich aktuell in der Alpha-Phase und wird von Partnern wie CareerBuilder, Dice und Jibe getestet. Welche weiteren Vorzüge die Cloud Jobs API insbesondere bietet, ist genauer bei den Kollegen der wollmilchsau nachzulesen. Alternativ lassen sich die Details auch in englischer Sprache direkt bei Google abrufen.

    Kommen Jobbörsen um den Jobtitel Übersetzer herum?

    Noch ist die Cloud Jobs API  also nicht für den deutschen Markt verfügbar. Doch wenn die Technik auch hierzulande anwendbar ist und wirklich so leicht in Karriereseiten implementiert werden kann, wie Google angibt, könnte das für den Recruiting Sektor einen erheblichen Fortschritt bedeuten.
    Revolution? Das Wort ist möglicherweise dann doch zu hoch gegriffen. Letztlich wird die Zeit zeigen, was die Technologie bringt. Fest steht aber, dass sie  definitiv einen Missing Link in der Kommunikation zwischen Bewerber und Recruiter liefert. Durch die Dechiffrierung sperriger Jobtitel wird mehr Transparenz geschaffen, was beide Parteien wieder näher zusammenrücken lässt. Und das ist in Zeiten des Fachkräftemangels wohl die beste Nachricht, von der Recruiter bislang nur träumen konnten.

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