Macht Software den Personaler überflüssig?

Macht Software den Personaler überflüssig?

Macht HR Software, den Personaler irgendwann überflüssig? Diese Frage haben wir Lorenz Gräff, Business Unit Manager bei ePunkt, gestellt. Seine Antwort: Nein, der Personaler ist nicht ersetzbar. Warum er das so sieht und welche weiteren Einsichten er in punkto HR Software mit uns geteilt hat, lesen Sie in dem folgenden Interview.

Wie wichtig ist der Einsatz von HR Software für den Erfolg eines Unternehmens?
Gute HR Software trägt mittlerweile massiv zum Erfolg eines Unternehmens bei. Warum? Mitarbeiter sind im Zeichen der Wissens- und Datenökonomie wesentlich für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Die richtigen Mitarbeiter zu finden, zu binden und sie im Einklang mit den Bedürfnissen des Unternehmens auch weiterzuentwickeln,

Ist HR Software nur etwas für die Big Player?
Nein, die Programme sind in ihren verschiedenen Ausprägungen sowohl für den Einsatz in kleinen als auch in großen Unternehmen hervorragend geeignet. Ohne leistungsfähiger HR Software wären Klein- und Mittelbetriebe heute im „War of Talents“ stark benachteiligt, daher richten sich unser Angebot ganz bewusst verstärkt an diese Zielgruppen.

Was muss gute HR Software leisten?
Eine hohe Nutzerfreundlichkeit sind zentral für den Erfolg von HR Software, da HR Software oft eine Querschnittsfunktion im Unternehmen erfüllt und somit viele User mit der Software mit relativ geringer Nutzungsfrequenz in Berührung kommen. Idealerweise lässt sich die Software ohne oder nur mit sehr geringer Schulung im Unternehmen einführen.

Gibt es noch weitere Punkte?
Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die einfache und kostengünstige Adaptionsfähigkeit der Lösung an die Bedürfnisse des Unternehmens. Das fängt bei der unterstützten Art Betriebsführung – on Premise direkt im Rechenzentrum des Kunden, dedizierte Private Cloud oder shared Public Cloud an und hört bei der Anpassungsfähigkeit der Software an im Unternehmen bereits vorhandene Prozesse auf.

Was ist bei der Auswahl eines Anbieters zu beachten?
Eine möglichst niedrige Total Cost of Ownership sollten von zentraler Bedeutung bei einer Anbieterauswahl sein. Scheinbar geringe laufende Softwarekosten führen unserer Erfahrung nach oft über nicht klar ausgewiesene Supportkosten, hohe Inbetriebnahmekosten und versteckte hohe laufende interne Kosten durch benutzerunfreundliche Software zu ungünstigen Gesamtkosten.

Wie steht’s mit der Kundenzufriedenheit?
Ein weiterer wichtiger Auswahlpunkt stellt die Kundenzufriedenheit dar. Reden Sie mit bestehenden Kunden der in Frage kommenden Anbieter, denn oft ist das Marketing- und Produktversprechen der Hersteller nicht im Einklang mit der Kundenerfahrung.

Idealerweise sollten die Produkte auch in einer Demoversion getestet werden, denn die eigene Nutzererfahrung sollte eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für die Wahl des Anbieters sein.

 
HR-Software Vergleich DOWN

Bei welchen Aufgaben ist HR Software inzwischen unverzichtbar?
Die richtigen Talente zu finden und zu binden, stellt für Unternehmen eine wesentliche Herausforderung dar, die mittlerweile ohne Software kaum zu bewältigen ist.

Welche Bedeutung hat die maximale Passgenauigkeit einer HR Software mit den Unternehmensprozessen?
Unserer Meinung nach stellt sich diese Frage in dieser Form nicht. Software, die sich nicht an die Bedürfnisse des Unternehmens optimal adaptieren lässt, ist nicht mehr zeitgemäß.

Müssen die eingesetzten HR Software Module vom gleichen Hersteller sein oder führt gerade der Mix zum Erfolg?
Die Antwort auf diese Frage hängt ganz klar vom Einsatzumfeld des Moduls ab. Es gibt im HR Bereich eine klare inhaltliche Trennlinie zwischen Recruiting (Talent Akquisition) und Mitarbeiterentwicklung (Talent Management). Zwischen diesen beiden Welten gibt es nur einen geringen Datenaustausch und eine Auftrennung in zwei verschiedene Werkzeuge kann durchaus Vorteile bringen.

Welche Software Lösung findet in Ihrem Unternehmen Einsatz?
Unsere eigene – der eRecruiter ;-).

Macht HR Software den Personaler bald überflüssig?
Wohl kaum, aber sie verändert mittlerweile wesentlich den Arbeitsalltag dieser Personengruppe. Gute HR Software wird viele wiederkehrende Tätigkeiten der Personaler maschinell unterstützen oder vielleicht auch vollständig automatisiert durchführen. Dadurch kann sich HR wieder auf wesentliche und strategische Themen konzentrieren.

Ein konkretes Beispiel: Das vollständige inhaltliche Erfassen eines Lebenslaufes kann heute schon durch Maschinen und Software mit hoher Treffgenauigkeit durchgeführt werden. Letztendlich die Entscheidung, ob ein Kandidat auch menschlich zu den Anforderungen einer Position passt, wird wohl noch viele Jahre von Menschen beurteilt werden.


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Lorenz Gräff
ist Business Unit Manager bei ePunkt, einer der Top 3 Personalberater in Österreich und auf die Vermittlung von Fach- und Führungskräften in den Bereichen IT, Wirtschaft und Technik spezialisiert.
Diese langjährige Recruiting-Erfahrung hat das Unternehmen in einer selbst entwickelten Software abgebildet und vertreibt dieses Produkt erfolgreich seit 2007. Heute haben namhafte Unternehmen wie Zara, Porsche oder die Brau Union das Recruiting-Tool im Einsatz.

Kategorien: EXPERTEN IM INTERVIEW

Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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