Mitarbeiterempfehlungsprogramm: Definition, Vor- und Nachteile
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Mitarbeiterempfehlungsprogramm: Definition, Vor- und Nachteile

    Wie verbreitet sind Mitarbeiterempfehlungsprogramme? Wie funktionieren sie? Und: Lassen sie sich digitalisieren? Fragen über Fragen! Wir klären diese und noch mehr in diesem Artikel.

    Warum ein Mitarbeiterempfehlungs- programm erstellen und wie?

    Mann im Büro bedient sein Smartphone

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    Lange Zeit fristeten Mitarbeiterempfehlungsprogramme eher ein Schattendasein. Seit ein paar Jahren sind sie aber der Renner unter Personalsuchenden. Der Grund: In Zeiten, in denen es noch viele Bewerbende gab, reichte es, eine Stellenanzeige zu schalten – und schwups – trudelten zig Bewerbungen ein. Das ist längst vorbei und Recruiter müssen viele verschiedene Kanäle bespielen, um Kandidaten zu erreichen: Neben Social Media und Businessnetzwerken spielen Mitarbeiterempfehlungsprogramme hierbei eine immer größere Rolle.

    Laut der Studie Recruiting Trends 2020 der Universität Bamberg setzen inzwischen sechzig Prozent der Unternehmen auf Empfehlungen ihrer Mitarbeitenden. Das entspricht einer Steigerung um 25 Prozent innerhalb eines einzigen Jahres. Dafür gibt es einen guten Grund. Denn gerade unter den heißbegehrten jüngeren Altersgruppen, den Generationen Y und Z, sind Mitarbeiterempfehlungsprogramme extrem beliebt. Fast jeder vierte Vertreter der GenY und mehr als jede dritte Angehörige der GenZ hat schon einmal einen Job schon über die Empfehlung eines Bekannten oder einer Bekannten aus dem eigenen Netzwerk erhalten.

    Definition: Was ist ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm?

    Definition Mitarbeiterempfehlungsprogramm

    Was ist ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm? Das ist schnell erklärt. Für ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm gewinnen Unternehmen ihre Angestellten, Stellenanzeigen im eigenen Bekannten- und Freundeskreis oder innerhalb ihres beruflichen Netzwerks weiterzuempfehlen.

    Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Die Vorteile

    Wie lässt sich die steigende Beliebtheit von Mitarbeiterempfehlungsprogrammen erklären?

    Dafür gibt es verschiedene Gründe:

    • Unter Jobsuchenden genießen Jobempfehlungen von den Mitarbeitenden eines Unternehmens größtes Vertrauen – immerhin bürgen Arbeitnehmer:innen mit einer Empfehlung für ihren Arbeitgeber.
    • Für Talente erleichtern Mitarbeiterempfehlungen die Jobsuche ungemein. Immerhin werden ihnen Stellen praktisch auf dem Silbertablett serviert und sie müssen nicht auf eigene Faust danach suchen.

    Auch für Unternehmen gehen Mitarbeiterempfehlungen mit entscheidenden Vorteilen einher:

    • Die Reichweite im Recruiting steigt: Arbeitgebende kommen mit Kandidaten und Kandidatinnen in Kontakt, die sie anderfalls wahrscheinlich nicht erreicht hätten.
    • Die Bewerbendenqualität steigt: Arbeitnehmende empfehlen Stellen nur an Talente weiter, die sie kennen und von denen sie überzeugt sind, dass diese gut qualifiziert sind und zum Unternehmen passen. Damit übernehmen sie einen Teil der Vorselektion.
    • Die Time to Hire sinkt: Mit steigender Qualität der Bewerbenden sinkt die Zeit, die bis zur Stellenbesetzung vergeht, spürbar.
    • Höhere Mitarbeitendendenloyalität: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über persönliche Empfehlungen einen neuen Job gefunden haben, sind in über 75 Prozent* der Fälle loyaler. Da sie die Stelle über eine oder einen Bekannten gefunden haben, wollen sie diese oder diesen nicht enttäuschen und überlegen es sich zweimal, bevor sie eine neue berufliche Herausforderung annehmen.

    Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Die Nachteile

    Aber Achtung! Es gibt auch gewisse Nachteile, die mit Mitarbeiterempfehlungen einhergehen. Wer die Netzwerke der eigenen Mitarbeiter:innen zu häufig anzapft, um die Lücken in der eigenen Personaldecke zu schließen, rekrutiert schlussendlich immer aus ein und demselben Talent Pool. Denn Arbeitnehmende empfehlen meist Talente, die ihnen ähnlich sind, einen ähnlichen Werdegang haben, ähnliche Interessen und Hobbys.

    Die Folge: Das kann zu einem Mangel an Vielfalt führen. Insofern ist es für Arbeitgebende wichtig, das eigene Mitarbeiterempfehlungsprogramm nicht überzustrapazieren. Alles andere wäre eine verpasste Chance. Denn Unternehmen, die die Themen Inklusion und Diversität am Arbeitsplatz vorantreiben und vielfältige Talente anziehen, sind nachweislich innovativer.  Eine Studie der Boston Consulting Group und der TU München belegte schon vor Jahren einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Diversity Management innerhalb eines Unternehmens und dessen Innovationsfähigkeit.

    Die Untersuchung machte deutlich: Je mehr Diversity, desto höher der Umsatz durch innovative Produkte und Dienstleistungen. Denn beim Thema Vielfalt geht es um mehr, als einfach nur Menschen unterschiedlicher Herkunft, Alters oder Geschlechts zusammenzubringen. Es geht um Unterschiede im Denken und Unterschiede bei der Identifikation und Lösung von Problemen. In der Gesamtschau kommt es daher auf eine ausgewogene Recruiting-Strategie an, um viele verschiedene Mitarbeitendengruppen für das eigene Unternehmen zu begeistern.

    Implementierung eines digitalen Mitarbeiterempfehlungsprogramms

    zwei männliche Hände zeigen einen Pool an Kandidaten

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    Jetzt, da die Vor- und Nachteile eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms bekannt sind, schließt sich die nächste Frage an: Ist es nicht furchtbar aufwändig, ein solches im Unternehmen zu implementieren? Mitnichten! Wofür gibt es schließlich digitale Mitarbeiterempfehlungsprogramme? Hier werden Arbeitnehmer:innen automatisch darüber informiert, dass ihr Arbeitgeber einen Job ausgeschrieben hat und können dann frei entscheiden, ob sie diesen teilen wollen oder nicht. Das bedeutet weniger Aufwand für HR.

    Und so funktioniert’s:

    • Sobald eine Stellenanzeige online geht, informiert das verwendete Mitarbeiterempfehlungsprogramm die eigene Belegschaft per E-Mail-Alert darüber.
    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können das Jobinserat direkt aus der Nachricht heraus per E-Mail in ihrem persönlichen Netzwerk teilen.
    • Sie haben auch die Möglichkeit, die Stellenanzeige über Social Networks wie Facebook und Co. oder über Businessnetzwerke oder via WhatsApp oder andere Messenger zu teilen.
    • Jobsuchende, die auf diesem Weg auf ein Stelleninserat aufmerksam werden, können sich in der Stellenanzeige direkt bewerben.
    • Die Rücklaufquote an Bewerbungen, die über ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm generiert wird, kann über ein integriertes Tracking-Tool gemessen werden.

    Mitarbeiterempfehlungsprogramm Beispiel

    Ein gutes Beispiel für ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm ist der Empfehlungsmanager von softgarden, der über alle genannten Funktionen verfügt. Anwender sind jedenfalls davon begeistert, wie auf der Webseite des HR Software Lösungsanbieters nachzulesen ist.

    “Wir generieren in unserer wichtigsten Bewerbergruppe, den Beratern, 40 Prozent über Mitarbeiterempfehlungen“, sagt etwa Youth Wilken, Head of Recruiting bei Finanzcheck.de. “Die Qualität von Bewerbern aus Mitarbeiterempfehlungen ist wesentlich höher. Zwei Drittel der Bewerber bleiben länger, haben eine niedrige Fluktuation und auch die Hiring Rate ist höher als bei Bewerbern, die über Passive Sourcing kommen.” Wilken weiter: “Den Erfolg von Mitarbeiterempfehlungen werten wir auch über softgarden aus. Daher wissen wir, welche hohe Qualität Mitarbeiterempfehlungen haben. Hätte ich den Empfehlungsmanager nicht, würden wir niemals diese Leute rekrutieren können.”

    Neben softgarden gibt es natürlich noch weitere Anbieter für digitale Mitarbeiterempfehlungsprogramme. Allen voran:

    Wahl des richtigen Systems: Darauf sollten Sie achten

    Sie wollen ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm implementieren, sind sich aber unsicher, welcher Anbieter für Sie der richtige ist? Wenn wir Ihnen einen Tipp mit auf den Weg geben dürfen: Auf keinen Fall sollten Sie Ihre Entscheidung allein von einem ansprechenden Webauftritt abhängig machen, sondern grundsätzlich verschiedene Anbieter genau unter die Lupe nehmen.

    Gerne unterstützen Sie die Expert:innen von HR-Software-Vergleich dabei, die richtige Wahl zu treffen. In einem persönlichen Gespräch und besprechen sie mit Ihnen die Vorzüge von Anbietern wie softgarden und Co. Mit diesem Support finden Sie das richtige Tool im Handumdrehen!

    Außerdem ist im nächsten Schritt ein gegenseitiges Kennenlernen bei der Wahl einer HR Software unverzichtbar. Bei diesem sollte der HR-Software-Anbieter eine ausführliche Systempräsentation anbieten und offene Fragen beantworten. So entsteht ein fundierter erster Eindruck. Lösungsanbieter sollten potenziellen Neukunden außerdem die Möglichkeit geben, das System nach der Präsentation selbst zu erkunden. Hier ist ein zeitlich begrenzter Testzugang das Mittel der Wahl. Anbieter, die sich darauf nicht einlassen, sollten Sie von der Liste potenzieller Partner streichen – zu unseriös.

    Mitarbeiterempfehlungsprogramm langfristig am Laufen halten

    Die Implementierung der passenden HR Software ist aber nur halbe Miete, um Recruiting-Erfolge zu feiern. Um ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm langfristig am Laufen zu halten, ist das Commitment der eigenen Mitarbeitenden eine wichtige Voraussetzung. Diese werden umso bereitwilliger die ausgeschrieben Jobinserate ihres Arbeitgebers in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis teilen, je klarer sie sich über den Sinn und Zweck eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms sind.

    Informieren Sie Ihre Arbeitnehmenden daher bei der Implementierung Ihrer Mitarbeiterempfehlungs-Lösung über folgende Punkte:

    • Wie funktioniert das System, das zum Einsatz kommt?
    • Welches Ziel soll damit erreicht werden?
    • Wie werden Mitarbeitende „belohnt“, die ihren Arbeitgeber beim Recruiting neuer Fachkräfte unterstützen?

    Kleiner Tipp: Teilen Sie nach einer erfolgreichen Stellenbesetzung auch immer wieder Success-Stories mit Ihren Mitarbeitenden, in denen Sie beschreiben, wie schnell und effektiv offene Jobs mit dem Instrument der Mitarbeiterempfehlung besetzt werden konnten. Das wird Ihre Arbeitnehmenden animieren, sich noch mehr zu engagieren. Denn sie merken: Ihr Engagement zeigt Erfolge. Mission accomplished.

    Checkliste: Implementierung eines digitalen Mitarbeiterempfehlungsprogramms 

    In unserer Checkliste haben wir Ihnen nochmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst, auf die es bei der Implementierung eines digitalen Mitarbeiterempfehlungsprogramms ankommt.

    • Eruieren Sie bei einer Internetrecherche, welche Anbieter ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm im Portfolio hat oder lassen Sie sich von unabhängigen HR Software Experten beraten
    • Machen Sie anschließend einen Termin mit drei Wunschanbietern für ein digitales Mitarbeiterempfehlungsprogramm aus, die in die engere Wahl kommen
    • Lassen Sie sich die Software-Angebote detailliert vorstellen
    • Testen Sie die Tools über einen zeitlich begrenzten Zugang und nehmen Sie die Benutzerfreundlichkeit der Software genau unter die Lupe
    • Informieren Sie sich genau über die Vorkehrungen, die der Lösungsanbieter inpuncto Datenschutz und IT-Sicherheit trifft
    • Eruieren Sie, welchen Support der HR Softwareanbieter gewährleistet:
      • Wie aufwändig ist die Einführung eines Systems?
      • Wie unterstützt ein Lösungsanbieter den Anwender bei der Einarbeitung?
      • Gibt es nach der Implementierung Schulungen?
      • Welche Hilfe gibt es, wenn das System einmal nicht funktioniert?
      • Bietet der Lösungsanbieter zum Beispiel einen 24/7-Support an und kann auf Fehler schnell reagieren, um bei Fehlern Verluste in der Wertschöpfungskette so gering wie möglich zu halten?

    *Quelle: Recruiting Trends 2020

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