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Videointerview: Zeitversetzt, als Pitch oder live

Videointerview: Zeitversetzt, als Pitch oder live

Das Videointerview hält Einzug in den Bewerbungsprozess. HR Software Hersteller bieten Funktionen an, die datenschutzkonform sind und zu einem Plus an Effizienz und Flexibilität im Recruiting beitragen.

 Videointerview die Bedeutung nimmt zu

Moderne Bewerbermanagementsysteme bieten Anwendern verschiedene Formen des Videointerviews. Diese zum Beispiel:

  • Videopitch
  • Videointerview in Echtzeit
  • Zeitversetztes Videointerview

Was steckt hinter all dem und wo liegen die Vorteile? Kommen wir zunächst zum Videopitch. Dabei handelt es sich um ein Kurzvideo ab 30 Sekunden Länge. Der Kandidat zeichnet es auf Einladung eines Recruiters von sich auf und stellt sich darin kurz vor.

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Warum das Ganze? Personalsuchende gewinnen auf diese Weise gleich zu Beginn des Recruitingprozesses einen ersten Eindruck, wie das Talent „tickt“ und müssen sich bei der Vorselektion nicht ausschließlich auf reine Zahlen, Daten und Fakten aus den Bewerbungsunterlagen verlassen.

Der Videopitch: Ein erster authentischer Eindruck vom Bewerber

Im Prinzip ist der Videopitch als eine Verlängerung des Bewerbungsfotos zu sehen, der einen ersten kurzen Einblick erlaubt, mit wem man es zu tun hat, und ob der Kandidat mit seiner Persönlichkeit zum Unternehmen passt. Experten sind sich einig, dass dieser Cultural Fit immer wichtiger wird. Denn in der Arbeitswelt der Zukunft wird die Projektarbeit dominieren. Also ist es das A und O, dass Projektteams sich nicht nur in ihren Skills ergänzen, sondern auch menschlich miteinander harmonieren. Das sollte schon früh in der Personalauswahl berücksichtigt werden.

Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass das Talent bei der Aufnahme eines Videopitches nervös sein kann, was den Eindruck verfälschen kann. Der Videopitch sollte daher nicht überbewertet werden. Im Falle von vielen Bewerbungseingängen auf eine ausgeschriebene Stelle und Kandidaten, die alle die gleiche Eignung vorweisen, kann er aber durchaus den entscheidenden Hinweis geben, wer zuerst zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden sollte.

Wie funktioniert ein Videointerview?

Das Vorstellungsgespräch lässt sich übrigens ebenfalls im Handumdrehen im Videoformat in Echtzeit durchführen. Das ist zum Beispiel dann interessant, …

  • … wenn Kandidaten eine lange Anreise auf sich nehmen müssten, um sich bei dem Unternehmen vorzustellen.
  • … wenn der Recruiter spontan zu einer Geschäftsreise aufbrechen muss. Per Videoschalte kann er das Vorstellungsgespräch dann auch von unterwegs führen. Das macht den Recruitingprozess flexibler und effizienter.

Der Vorteil: Die Live-Gespräche liegen im Nachhinein im Bewerbermanagementsystem als Aufzeichnung vor. So können Recruiter nicht nur Bewerbungsgespräche bequem aus der Ferne führen, wo und wann immer sie wollen. Sie können die Videos auch weiteren beteiligten Entscheidungsträgern zur Verfügung stellen, die beim Interview nicht involviert waren.

Videointerview: Kaum ein Unterschied zum echten Jobinterview

Oft unterschätzt: In einem Videointerview lässt sich die gleiche Interviewsituation wie in einem klassischen Vorstellungsgespräch herstellen.

  • Um Fragen und Antworten auszutauschen.
  • Um weiterführende Informationen auszutauschen, lässt sich der eigene Desktop mit dem Gesprächspartner teilen.
  • Das Einbringen von Präsentationen in das Videointerview ist somit für alle Beteiligten möglich.

Manche HR Softwarehersteller ermöglichen ihren Anwendern sogar, das Videointerview mobil über eine App mit dem Tablet zu führen. So ist zum Beispiel auch ein virtueller Unternehmensrundgang kein Problem. Der Interviewende zeigt dem Interviewpartner dann per Live-Stream, wie es in dem Unternehmen aussieht und wie es dort zugeht.

Auch Kollegen, die in den Recruitingprozess involviert sind, können an dem Gespräch teilnehmen. Sie haben die Wahl und schalten sich entweder über eine Desktopanwendung dazu. Das bietet sich an, wenn man zum Beispiel nicht im gleichen Headquarter arbeitet wie der Recruiter. Oder der Personaler stattet den jeweiligen Kollegen während seines Rundgangs durch das Unternehmen einen Besuch in ihren Büros ab und führt das Gespräch mit ihnen vom gleichen Endgerät.

Zeitversetzte Videointerviews

Es gibt aber noch eine dritte Variante des Videointerviews: Das zeitversetzte Jobinterview per Video. Das ist insbesondere für Talente interessant, die sich in einer anderen Zeitzone aufhalten als der Recruiter. Um per Live-Videoschalte mit ihm zu kommunizieren, müssten sie sich entweder früh morgens oder spät nachts für ein Videointerview bereithalten. Das ist kein guter Service gegenüber dem Kandidaten.

Doch es geht auch anders. Dazu zeichnen Recruiter in einem zeitversetzten Videointerview ihre Fragen an das Talent im Videoformat auf oder schicken ihm diese als Text. Der Bewerber erhält über einen Link Zugang zu dem Bewerbermanagementsystem des Unternehmens und kann nun seine Antworten aufzeichnen.

Gegenüber den Generationen Y und Z punkten

Welche Form des Videointerviews sich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht aber, dass Experten dem Videointerview per se eine große Zukunft voraussagen. Denn Video-Recruiting vereint einige Vorteile auf sich. Zum Beispiel stärkt ein Arbeitgeber mit dem Einsatz moderner Technik seine Arbeitgebermarke gegenüber Arbeitnehmern. Denn er zeigt, dass er in technischer Hinsicht auf der Höhe der Zeit ist.

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Ein Punkt, mit dem er insbesondere Kandidaten der Generationen Y und Z von sich überzeugen kann. Sie sind die ersten Generationen, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind und legen stärker als die Babyboomer und die Generation X großen Wert auf eine vollumfängliche technische Ausstattung. Umso besser, wenn sie bereits im Recruitingprozess sehen, dass das Unternehmen genauso tickt. Das kann den Ausschlag geben, warum sich ein Kandidat letztlich für einen Arbeitgeber entscheidet. Eine Chance, die gerade Unternehmen nicht an sich vorbeiziehen lassen sollten.

 


 

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Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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