HR Software: Der Mix macht’s

HR Software: Der Mix macht’s

    Der Mix macht’s: Andreas Altheimer, VP Marketing, des Softwareherstellers Prescreen ist der Meinung, dass Anwender mit einer Mischung von Modulen verschiedener Anbieter inzwischen deutlich besser fahren als nur auf einen Hersteller zu setzen. In unserem Interview erzählt er, worauf es bei der Auswahl einer guten HR Software außerdem ankommt.

    Ist HR Software nur etwas für die Big Player?

    Vor zehn Jahren hätte ich diese Frage mit „Ja“ beantwortet. Heute ist das Gegenteil der Fall. Den Bedarf an einer HR Software hat meiner Meinung nach prinzipiell jedes Unternehmen, egal wie groß es ist. Es ist nicht schwer festzustellen, dass inzwischen sämtliche Abläufe und Arbeitsprozesse innerhalb eines Unternehmens digital abgewickelt oder zumindest unterstützt werden. Wenn man sich an dieser Stelle konkret auf HR-Abteilungen bezieht, denke ich sofort an Aufgabengebiete wie die Bewerberverwaltung, Urlaubsplanung, Lohnverrechnung etc.
    Früher gab es zur Verwaltung dieser Bereiche ausschließlich lokal installierte Software, sogenannte On-Premise Lösungen. Diese sind teuer und extrem aufwendig in der Integration und im laufenden Betrieb. Viele kleine und mittlere Unternehmen sahen deshalb davon ab, eine solche Software einzusetzen. Noch heute greifen viele Unternehmen auf unzufriedenstellende Halblösungen wie Excel, Outlook & Co. zurück – das muss jedoch heutzutage nicht mehr sein.
    Seit einiger Zeit liegt die Verwendung cloud-basierter Softwarelösungen stark im Trend. Diese benötigen keine aufwendige Integration, sind in der Regel sehr preiswert und eignen sich daher viel besser für kleine und mittlere Unternehmen. Mit Prescreen sind wir genau in diesem Bereich aktiv und stellen Unternehmen eine flexible und preiswerte Bewerbermanagement Software zur Verfügung.

    Was muss gute HR Software leisten?

    Ich kann nur für den Bereich des Bewerbermanagements sprechen, aber prinzipiell gilt immer: Die Software soll mich unterstützen und mir nicht mehr Arbeit machen, als ich sowieso schon habe. Eine gute E-Recruiting Software definiert sich für mich daher durch drei Dinge:

    1. Sie überzeugt durch ein benutzerfreundliches User-Interface
    2. verfügt über viel Funktionalität
    3. ist flexibel in der Prozessanpassung

    Letzteres war in den vergangenen Jahren auch vermehrt das Problem von modernen SaaS- Anwendungen. Sie versprachen eine schöne Benutzeroberfläche, waren aber unflexibel in den Anpassungsmöglichkeiten an unternehmensspezifische Prozesse. Das machte die Lösungen unattraktiv für große Unternehmen mit komplexen Recruiting- Prozessen. Da Prescreen auch Großkonzerne zu seinem Kundenkreis zählen darf, haben wir bei der Entwicklung besonders darauf geachtet, dass auch komplexe Strukturen abgebildet werden können. Die Benutzerfreundlichkeit des Systems muss dadurch aber keine Abstriche in Kauf nehmen.

    Was ist bei der Auswahl eines Anbieters zu beachten?

    Wichtig ist auf jeden Fall, die Software selbst auszuprobieren:

    1. Verhandeln Sie einen Demozugang mit vollem Funktionsumfang! Ganz egal, ob bereits eine Bewerbermanagement Software eingeführt wurde oder nicht: Normalerweise haben Personaler bereits einen etablierten Recruiting-Prozess. Daher kann ich nur jedem ans Herz legen, einen kostenfreien Demozugang zu vereinbaren und zu testen, wie gut sich die Lösung an die eigenen Anforderungen anpassen lässt.
      Auch wenn dies viel Aufwand nach sich zieht – erst der Praxistest beweist, ob die Software auch hält, was Sie verspricht.
    2. Überprüfen Sie die allgemeine Kundenzufriedenheit! Bevor wir in unserem eigenen Unternehmen eine neue Software einführen, rufe ich gerne bei den angegebenen Referenzkunden des Unternehmens an und frage nach, wie zufrieden sie mit dem Anbieter sind. Auf diese Weise erhält man oft sehr relevante und wichtige Informationen, die einem nur zu gerne vom Anbieter selbst verschwiegen werden.

     

    Müssen die eingesetzten HR Software Module vom gleichen Hersteller sein oder führt gerade der Mix zum Erfolg?

    Ich bin ganz klar der Meinung, dass man mit einer Mischung von Modulen verschiedener Anbieter inzwischen deutlich besser fährt, als mit einer Komplettlösung. Das alte Argument, dass nur die Software Module eines Herstellers miteinander kompatibel sind, ist inzwischen einfach überholt. Schnittstellen ermöglichen inzwischen die nahtlose Datenübertragung der verschiedenen Anwendungen untereinander. So kann man sich für jeden HR-Bereich die beste Softwarelösung raussuchen und muss keine Kompromisse eingehen. Sollten Sie später einmal ein Modul austauschen wollen, muss nicht die ganze HR Software gewechselt werden, sondern nur die einzelnen Insellösungen.

    Macht HR Software den Personaler bald überflüssig?

    Nein, ganz bestimmt nicht. Egal wie modern und innovativ eine HR Software ist, sie erfüllt eine rein unterstützende Funktion. Gute HR Software kann für den Personaler jedoch eine große Erleichterung bedeuten. Das Ziel ist es ja, den administrativen Arbeitsaufwand zu reduzieren, so dass er sich auf jene Dinge konzentrieren kann, bei denen er als Mensch und Entscheider gebraucht wird. Prescreen hilft dem Personaler, indem alle Bewerbungen an einem Ort gesammelt und übersichtlich dargestellt werden. Durch das Matching gibt die Software eine Empfehlung ab, die dem Recruiter die Vorauswahl der Kandidaten erleichtern soll und zudem hilft viel Zeit zu sparen. Letztendlich muss immer der Personaler selbst, bzw. das Team eine Entscheidung treffen.


    altheimer

    Andreas Altheimer studiert Maschinenbau an der TU-Wien. Parallel dazu gründete er die Bewerbermanagement Software Prescreen mit und baute das Unternehmen in seiner Rolle als VP Marketing auf.


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