Jobshopping: Mit einem Click zum Job

Jobshopping: Mit einem Click zum Job

Fach- und Führungskräfte legen hohe Maßstäbe an den Bewerbungsprozess an. Im Prinzip muss die Bewerbung beim neuen Arbeitgeber fast genauso einfach sein wie der Schuhkauf im Internet. Experten bezeichnen das als Jobshopping

Im Prinzip ist ein optimaler Ablauf des Bewerbungsprozesses hauptsächlich eine Frage der HR Software, die zum Einsatz kommt. Mit der richtigen Wahl  kann der Arbeitgeber schon in der Phase des ersten Kontaktes zum Beispiel durch eine gute Performance bei der Stellenanzeige oder der Website viele Pluspunkte sammeln. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage des Karriereportals StepStone unter 14.000 Fach- und Führungskräften.

Jobshopping: Bewerber wollen es einfach haben

Denn es sind in der Regel die technischen und organisatorischen Stolpersteine, die Fachkräfte von einer Bewerbung bei einem Unternehmen abhalten:

  • Mehr als ein Drittel der Befragten bricht den Bewerbungsprozess ab, wenn er zu kompliziert wird, und ein Viertel verweigert eine Bewerbung über ein Online-Formular oder -Portal.

Vielen Bewerbern ist der herkömmliche Bewerbungsprozess also schlicht zu langwierig. Daher spricht sich auch die Mehrheit der Befragten für eine Vereinfachung aus.

Jobshopping: Neue Anforderungen

jobshopping„Die Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen und die Gewichtung der einzelnen Bestandteile werden sich nach Meinung der befragten Fachkräfte in Zukunft verändern“, heißt es in der StepStone-Studie. „So denken über zwei Drittel der Studienteilnehmer, dass persönliche Referenzen und individuelle Leistungsnachweise an Bedeutung zunehmen und die klassischen Bewerbungsfotos und Zeugnisse ihre Wichtigkeit verlieren werden.“

Als echte Alternative zum zähen und starren Bewerbungsprozess sehen vielen Studienteilnehmer die Bewerbung über das Smartphone als ein neuer Weg mit vielen Vorteilen. Die so genannte One-Click Bewerbung ähnelt dem Online-Shopping: Mit einem Klick kann ein Bewerber, der an einer vakanten Stelle interessiert ist, einem Recruiter sein Xing- oder LinkedIn Profil zur Verfügung stellen.

Jobshopping: Jobs statt Schuhe shoppen

Jobshopping statt Schuhshopping sozusagen. Der Recruiter kann sich ein erstes Bild verschaffen und bei Interesse Kontakt aufnehmen und weitere Informationen wie Zeugnisse oder Arbeitsproben anfordern. Die Studienteilnehmer sind sich einig, dass Jobshopping den Bewerbungs-Prozess nicht nur vereinfachen, sondern auch deutlich beschleunigen kann.

Übrigens kommt auch StepStone-Konkurrent Monster in seiner Studie Recruiting Trends zu einem ähnlichen Ergebnis: Bewerber messen der Erhebung zufolge der One-Click-Bewerbung allerdings momentan mehr Wert bei als Unternehmen. Wobei sich die Forscher sicher sind, dass sich dieses Verhältnis in Zukunft genau umkehren wird.

Für Studienleiter Professor Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, der Universität Bamberg, ist klar: „Papierbasierte Bewerbungen verlieren schon länger an Bedeutung, der neue Standard sind digitale Bewerbungen. Das ist für beide Seiten – Kandidaten und Unternehmen – gut. Denn es geht um finden und gefunden werden. Das geht digital sehr viel besser.“

Jobshopping: Unternehmen sind noch kritisch

Unternehmen sind allerdings durchaus noch kritisch bei dem Thema One Click: Ihnen fehlt die Informationsdichte und die Individualität für eine Bewerberselektion, wie sie sie gewöhnt sind. Zudem befürchten 61 Prozent der befragten Unternehmen eine dadurch auf sie zukommende Bewerbungsflut. „Das hat uns dazu gebracht, die Unternehmen zu fragen, wie viele Bewerbungen sie denn überhaupt pro offener Stelle erhalten“, sagt Professor Tim Weitzel. „Unabhängig vom Bewerbungskanal sind dies durchschnittlich 48 Bewerbungen, wobei vier von zehn Bewerbungen intensiv geprüft werden.“

Das heißt: Mehr als die Hälfte wird weniger intensiv betrachtet. Circa neun Prozent der Vakanzen erhalten über 100 Bewerbungen, 67,4 Prozent zwischen elf bis 50, 20,2 Prozent zwischen 51  und 100 und 3,4 Prozent zwischen fünf und zehn.

HR-Software Vergleich UP

„Ob eine One-Click Bewerbung wirklich zu einer gesteigerten und ggf. wahllosen Bewerbung führen wird, oder, ob eher Standardisierungsprobleme zu unschönen Verzögerungen in der Bewerbungsbearbeitung führen, ist aus unserer Sicht noch offen“, betont Weitzel. „Voraussetzung für eine verlässliche Einschätzung wäre, dass Unternehmen diesen neuen Weg erst einmal ausprobieren und man die Ergebnisse analysiert. Bei klassischen wie bei innovativen Bewerbungswegen muss es ja am Ende immer darum gehen, mehr gute und passende Bewerbungen zu erhalten.“

Jobshopping: Erste Softwareangebote

jobshoppingWie dem auch sei – erste Software-Angebote für die One Click Bewerbung gibt es jedenfalls bereits. Zu den Anbietern zählt etwa jacando match. Das Tool stellt eine Funktion zur Verfügung, die sich schnell und einfach an eine Unternehmenshomepage „andocken“ lässt.

Kandidaten können sich schnell und bequem über die jacando Software direkt  beim Unternehmen bewerben. Entweder per Xing oder LinkedIn Profil oder mit dem CV in einem Click.

Wählt ein Bewerber die Funktion One-Click Bewerbung aus, öffnet sich ein Dialogfenster, in dem das CV und weitere Dokumente hochgeladen werden können. Ein Click und die Daten werden eingelesen. Vor der Übermittlung hat der Kandidat die Möglichkeit, seine Daten zu vervollständigen und zu überprüfen. Der Weg für die Bewerbung der Zukunft wäre somit schon mal geebnet.

 


 

Über die StepStone Trendstudie

Im Frühjahr 2016 hat StepStone eine Online-Umfrage unter rund 14.000 Fach- und Führungskräften durchgeführt. Knapp zwei Drittel der befragten Arbeitnehmer (62 Prozent) setzten sich aus Fachkräften und Spezialisten zusammen. 38 Prozent der Studienteilnehmer gehörten der Führungsebene an. Insgesamt waren 42 Prozent Frauen und 58 Prozent Männer in der Studie vertreten. Der Großteil der Befragten war in den Berufsfeldern IT, Ingenieurwesen, Vertrieb, Marketing, Banken und Finanzen sowie Logistik tätig. Das Feld der Teilnehmer reichte hierbei von Berufseinsteigern bis zu Arbeitnehmern mit über 25 Jahren Berufserfahrung.
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Über die Studie Recruiting Trends 2016

Das Themenspecial „Bewerbung der Zukunft“ ist Teil der jährlich durchgeführten Studienreihen „Recruiting Trends 2016″ und „Bewerbungspraxis 2016″ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit der German Graduate School of Management and Law, Heilbronn und im Auftrag der Monster Worldwide Deutschland GmbH. Der Themenschwerpunkt gibt einen Einblick in die Bewerbung der Zukunft aus Sicht der Top 1.000 Unternehmen in Deutschland und vergleicht die Ergebnisse mit dem Nutzungsverhalten und den Einschätzungen von über 4.800 Stellensuchenden und Karriereinteressierten. Für einen umfassenden Überblick über die Gestaltung der Personalbeschaffung in Deutschland wurden zudem Branchenanalysen der Top 300 Unternehmen aus den Branchen Automotive, Handel und IT sowie mehrere Fallstudien durchgeführt.
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(Bild: © Rawpixel.com / Fotolia.com)


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