Recruiting Trends 2018: Die Robo-Recruiter kommen

Recruiting Trends 2018: Die Robo-Recruiter kommen

Im Rahmen der Studie „Recruiting Trends 2018″ hat die Universität Bamberg die wichtigsten Trends in der Personalbeschaffung untersucht. Sie ging auch der Frage nach, welchen Stand die Digitalisierung in HR  inzwischen hat. Die 4 wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

4 Kernergebnisse der Studie Recruiting Trends 2018

Das Kernergebnis der Studie Recruiting Trends 2018, die die Universität jährlich gemeinsam mit dem Karriereportal Monster durchführt, überrascht nicht. Die Erhebung kombiniert die Sicht von Unternehmen und Kandidaten und kommt zu folgendem Schluss: Durch die Digitalisierung wird sich die Personalbeschaffung immer stärker verändern.

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Natürlich verschweigen die Forscher rund um Studienleiter Professor Tim Weitzel nicht, wohin die Reise der digitalen Personalbeschaffung in den nächsten Jahren vor allem gehen wird und fokussieren sich dabei auf die 4 folgenden Recruiting Trends 2018.

Recruiting Trend Nummer eins: Chatbots als digitale Karriereberater

Digitale Karriereberater sind ChatBots, die den Kandidaten automatisiert Fragen zur Karriere, offenen Stellen oder einem Arbeitgeber beantworten. Das passiert über ein Dialogfenster, das wie ein herkömmlicher Chat aussieht. Nur, dass kein Mensch antwortet, sondern der Roboter.

Aktuell bieten zwar erst 2,8 Prozent der Top-1.000-Unternehmen einen solchen digitalen Karriereberater an. Dabei gehen sechs von zehn Arbeitgebern und mehr als die Hälfte der IT-Unternehmen davon aus, dass Chatbots in Zukunft häufiger zum Einsatz kommen.

Aus gutem Grund. Denn mehr als die Hälfte der Kandidaten würde bei der Jobsuche gerne häufiger auf die digitalen Assistenten zurückgreifen.  Vor allem jüngere Talente haben eine große Affinität gegenüber Chatbots.

Ein Drittel der Baby-Boomer-Generation, etwa die Hälfte der Generation X und sechs von zehn Kandidaten aus der Generation Y würden im Rahmen der Stellensuche gerne auf einen Recruiting-Bot zurückgreifen.

Dabei gibt es zwei verschiedene Anwendungsszenarien:

  1. Der Bot beantwortet Standardfragen zu den Karrieremöglichkeiten im Unternehmen und zu offenen Bewerbungsfragen.
  2. Der Bot unterstützt Talente bei einer schnellen Bewerbung. Er fragt die Eckdaten eines Talents ab, das Talent tippt diese stichwortartig in das Chatfenster ein und der Chatbot bereitet die Informationen für den Recruiter passgenau auf. So gelingt eine Bewerbung in weniger als 30 Sekunden. Mehr Informationen dazu gibt es hier>>>

Recruiting Trend Nummer zwei: Die Job-Recommender kommen

Job-Recommender sind Empfehlungssysteme, die Kandidaten aufgrund ihrer Profile in den sozialen Medien passende Stellenanzeigen oder geeignete Unternehmen, bei denen sie sich bewerben können, vorschlagen.

Aktuell bietet jedes zehnte der Top-1.000-Unternehmen Job-Recom- mender-Systeme an, welches einen Anstieg um 8,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2015 bedeutet. Etwa ein Fünftel der Unternehmen plant den Einsatz. Das entspricht einer Vervierfachung (!) im Vergleich zum Jahr 2015.

Bei Kandidaten rennen Unternehmen damit offene Türen ein. Sechs von zehn Kandidaten fänden es gut, wenn Job-Recommender-Systeme häufiger zum Einsatz kämen.

Interessant: Mehr als ein Drittel der Kandidaten veröffentlicht bereits jetzt gezielt Informationen in den sozialen Netzwerken, um von einem automatisierten Empfehlungssystem richtig identifiziert werden zu können.

Recruiting Trend Nummer drei: Die Talent-Recommender stehen in den Startlöchern

Talent-Recommender oder auch Sourcig-Tools funktionieren in umgekehrter Weise als Job-Recommender. Die Empfehlungssysteme gleichen ebenfalls die öffentlich zugängliche Profile potenzieller Kandidaten in den sozialen Medien, Businessnetzwerken und Lebenslaufdatenbanken gegen die Anforderung einer Vakanz ab.

Allerdings liefern sie ihre Ergebnisse nicht den Talenten aus, sondern den Arbeitgebern. Ihnen schlagen sie die am besten passenden Talente für eine Stelle vor. Diese können sie dann im Rahmen des Active Sourcing ansprechen.

Talent-Recommender- Systeme kommen bei jedem zehnten Unternehmen zum Einsatz, was einen Anstieg um 7,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2015 bedeutet. 11,3 Prozent der befragten Arbeitgeber planen den Einsatz. Mehr als die Hälfte der Top-1.000-Unternehmen sind der Meinung, dass Talent-Recommender das Active Sourcing vereinfachen.

Talent-Recommender-Systeme: Kandidaten sind aufgeschlossen

Zwei Drittel der Kandidaten sind Talent- Recommender-Systemen gegenüber aufgeschlossen und fänden es gut, wenn diese in Zukunft in der Personalgewinnung häufiger zum Einsatz kämen.

Dabei bewerten Talente (45,6 Prozent) vor allem Karrierenetzwerke wie Xing oder LinkedIn als den aussichtsreichsten Kanal, um einem Unternehmen automatisiert für eine offene Stelle empfohlen zu werden. Drei von zehn Kandidaten sehen großes Potenzial bei externen Lebenslaufdatenbanken und 29,7 Prozent bei Talent-Pools.

In diesen Kanälen veröffentlichen die Kandidaten auch am meisten Informationen, um von einem Unternehmen automatisiert empfohlen werden zu können:

  1. Karrierenetzwerke (42,0 Prozent)
  2. Externe Lebenslaufdatenbanken (40,1 Prozent)
  3. Talent-Pools (31,4 Prozent).

Recruiting Trend Nummer vier: Digitale Auswahlsysteme

Ein weiterer Recruiting Trend des Jahres 2018 sind digitale Auswahlsysteme. Diese prüfen (teil)automatisiert die eingehenden Bewerbungen: Passen Bewerber zu einer Stelle oder nicht? Sie treffen dann eine Vorauswahl an geeigneten Kandidaten. Experten bezeichnen das als Matching.

Unter den Top-1.000- Unternehmen nutzen aktuell 5,8 Prozent eine automatisierte Vorauswahl von Bewerbungen. 13 Prozent von ihnen planen aber ein solches System in der Zukunft einzusetzen.

Mehr als ein Drittel der Kandidaten fände es gut, wenn Unternehmen eine automatisierte Vorauswahl von Bewerbungen vornehmen. Über die Hälfte der Kandidaten glaubt sogar, dass sie durch eine automatisierte Vorauswahl von Bewerbungen schneller Feedback vom Unternehmen bekommen würden.

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Weiter glauben 44,2 Prozent der Talente, dass Matching eine diskriminierungsfreiere Rekrutierung ermöglichen würde.

Zusammenfassung:

  1. Aktuell ist  die Nutzung von digitalen Helfern noch gering
  2. Aus Sicht von Unternehmen wird sie in vielen Bereichen bald deutlich zunehmen
  3. Kandidaten plädieren in aller Regel für eine stärkere Digitalisierung im Recruiting
  4. Die Unternehmen gehen davon aus, dass digitale Tools das Active Sourcing und die Bewerbervorauswahl vereinfachen und beschleunigen
  5. Kandidaten sehen vor allem Vorteile bezüglich schnelleren Feedbacks und erhöhten Job-Chancen

 

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Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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