Talent Management: Daran führt kein Weg mehr vorbei

Talent Management: Daran führt kein Weg mehr vorbei

Am Talent Management führt kein Weg vorbei: Gute Mitarbeiter und Führungskräfte werden zunehmend rarer und können nur über attraktive Arbeitsinhalte und Arbeitsbedingungen gewonnen und langfristig gebunden werden. Dieses Bündel an Maßnahmen läuft in dem Begriff Talent Management zusammen, das darauf ausgerichtet ist, dass sich Mitarbeiter im Unternehmen entwickeln können. Doch es besteht Nachholbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

 

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind die zu wichtigsten Ressourcen in einem Unternehmen. Allerdings sehen sich Personalverantwortliche infolge der Digitalisierung, des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels mit tiefgreifenden Marktveränderungen konfrontiert. HR-Abteilungen müssen daher ihr gesamtes Personalmanagement umstellen. Ging es früher darum, in regelmäßigen Abständen gute Talente zu finden, so ist inzwischen das Binden und Entwickeln von Talenten zunehmend in den Fokus gerückt.

Talent Management: Finden & Binden

jobshoppingDenn je knapper die Ressource Mensch auf dem Arbeitsmarkt wird, umso wichtiger ist es, die Talente, die man bereits im Unternehmen hat, zu halten. Insofern kommt dem Thema Talent Management eine immer größere Bedeutung zu. In dessen Zentrum steht die Identifikation und Entwicklung von benötigten Talenten zur langfristigen Besetzung kritischer Rollen und Funktionen.

Hierbei können moderne Software-Lösungen gut unterstützen. Sie helfen Personalern dabei, Talente zu identifizieren und sie innerhalb des Unternehmens passgenau zu entwickeln. Mittlerweile können alle Bereiche des Talent Managements technologisch abgebildet werden.

  • Doch wie verbreitet sind solche Talent-Management-Systeme in der Praxis?
  • Welche Bedarfe werden von Unternehmen damit tatsächlich abgedeckt?
  • Wie evaluieren Unternehmen ihr Talent Management?
  • Und welche Stakeholder müssen bei der Implementierung berücksichtigt werden?

Diesen Fragen ging die Redaktion des eLearning Journals in der eLearning BENCHMARKING Studie 2016 gemeinsam mit Cornerstone auf den Grund. Befragt wurden 774 Unternehmen. Das Ergebnis verwundert: In Anbetracht des Fachkräftemangels und des hohen Bedarfs an „High Potentials“ sei es erstaunlich, dass Unternehmen ihre HR-Prozesse bisher nur bedingt mithilfe entsprechender Software an die veränderte Marktsituation angepasst hätten, konstatieren die Autoren der Studie, die hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

Talent Management: Einsatz in Unternehmen

Zusammenfassen lassen sich die Studienergebnisse wie folgt:

talent managementBisher hat mit 22,5 Prozent knapp unter einem Viertel der studienbeteiligten Unternehmen ein Talent-Management-System im Einsatz. 5,9 Prozent der Unternehmen nutzen integrierte Talent-Management-Systeme, in denen die darunter subsumierten HR-Prozesse nahtlos ineinander übergreifen und aufeinander aufbauen.

Talent Management: Die Planung der Unternehmen

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Künftig plant rund ein Viertel der Unternehmen, ein Talent-Management-System einzuführen. Vor allem die Nachfrage nach integrierten Lösungen steigt rasant um 11,9 Prozent. Dies zeigt, dass immer mehr Unternehmen ihre HR-Prozesse konsolidieren wollen anstatt auf verschiedene Teillösungen zurückzugreifen.

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Talent Management: Einsatz in Unternehmen

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Talent Management in Unternehmen hat zum Ziel, alle personalpolitischen Maßnahmen zu vereinen, die zur langfristigen Sicherstellung der Besetzung kritischer Rollen und Funktionen benötigt werden. Vor diesem Hintergrund bildet Talent-Management-Software aktuell vor allem typische Aufgaben ab wie:

  • Recruiting (19,4 %)
  • Identifikation talentierter Mitarbeiter (22 %)
  • Personalentwicklung (24,4 %)
  • Skill- und Kompetenzmanagement (17,2 %)
  • Nachfolgeplanung (16,7 %)

 
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Talent Management: Die zukünftigen Bedarfe

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Interessant sind die Veränderungen bei den Bedarfen, die zukünftig mit Talent-Management-Systemen abgedeckt werden sollen. Die größten Sprünge gibt es bei der Identifikation talentierter Mitarbeiter von 22 Prozent auf 30,4 Prozent, bei der Personalentwicklung von 24,4 Prozent auf 35,4 Prozent, beim Skill- und Kompetenzmanagement von 17,2 Prozent auf 29,6 Prozent und bei der Nachfolgeplanung von 16,7 Prozent auf 25,6 Prozent. Dies legt der Studie zufolge den Schluss nahe, dass Unternehmen zukünftig verstärkt die Mitarbeiter und Kompetenzen im eigenen Haus entdecken und fördern wollen, während das Anwerben neuer Mitarbeiter im Vergleich an Bedeutung verliert.

Talent Management: Die Stakeholder

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In Unternehmen gibt es verschiedene Stakeholder, die über den Erfolg oder Misserfolg von Talent-Management-Systemen entscheiden können. Wenig überraschend wurde die Geschäftsführung von den Studienbeteiligten mit 66,2 Prozent Nennungen als essentiell und mit 27,3 Prozent als wichtig identifiziert. Ebenso mit ins Boot geholt werden sollten die Personalentwicklung, die Fort- und Weiterbildungsabteilung und die Fachbereiche. Der Betriebsrat liegt dagegen bei der Relevanz für den Erfolg von Talent-Management-Systemen nur im Mittelfeld.

Talent Management: Es besteht noch Luft nach oben!

Fazit: In punkto Digitalisierung besteht bei Unternehmen noch viel Luft nach oben. “HR muss sich deutlich stärker an Trends ausrichten, Veränderungen im Markt für die eigenen Aktivitäten reflektieren und in konkrete Maßnahmen übersetzen. Um diesen Wandel überhaupt umsetzen und managen zu können, ist technologische Unterstützung unabdingbar”, wird Andreas Eppler, Vertriebsdirektor Deutschland bei Cornerstone, bei Crosswater Jobguide zitiert.  “HR muss sich digitalisieren, nur so kann sie den Transformationsprozess und die ‚Digital Readiness‘ eines Unternehmens oder einer Abteilung gezielt vorantreiben.”

Weiter heißt es hier: „In Zeiten wachsenden Kostendrucks ist es unabdingbar, den Wirkungsgrad und damit den Mehrwert einer Talent-Management-Strategie bzw. der zugrundeliegenden Software über entsprechende Leistungskennzahlen (KPIs) nachweisen zu können. Auch an dieser Stelle gibt es den Studienergebnissen zufolge noch viel Luft nach oben. Die geringen Nennungen (knapp 10%) beim Thema Evaluation legen den Schluss nahe, dass nur ein Bruchteil der Unternehmen ihr Talent Management gezielt mit KPIs evaluiert.“ Na dann: HR – es gibt noch viel zu tun!

 
(Bild: © Rawpixel.com/Fotolia)


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Über den Autor

Sonja Dietz

Sonja Dietz, Jahrgang 1977, ist Journalistin und Social-Media-Redakteurin. Die studierte Germanistin verfügt über eine vertiefte Expertise im Bereich Human Ressources. Sie erstellt Fachartikel, entwickelt Strategien zum zielgruppengerechten Aufbau firmeneigener Social Media-Kanäle und befüllt diese mit passgenauem Content. Ihr besonderes Interesse gilt dem Thema Digitalisierung der Arbeitswelt.

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